Salt and Sanctuary
Salt and Sanctuary übernahm Aufbau und Stimmung der Souls-Spiele und übertrug sie in zwei Dimensionen, ohne dabei etwas von ihrer Schwere zu verlieren. Die Spielerin strandet auf einer düsteren Insel voller Monster, zerfallener Festungen und schweigsamer Priester und entdeckt nach und nach eine miteinander verbundene Welt, in der sich Abkürzungen von innen öffnen und jeder neue Weg wie ein echter Sieg wirkt. Die Geschichte wird nicht direkt erzählt, sondern setzt sich aus Gegenstandsbeschreibungen, Gesprächsfetzen und dem zusammen, was die Umgebung selbst darüber andeutet, was hier einst geschehen ist.
Das Kampfsystem ist langsam, gewichtig und verlangt Geduld. Jeder Schlag kostet Ausdauer, jede Rolle hat ihre Zeitfenster, und Gegner bestrafen Gier. Die Waffen gliedern sich in viele Kategorien mit unterschiedlicher Reichweite und unterschiedlichem Rhythmus, dazu kommen Schilde, Bögen, Zauber und Gebete. Erfahrung in Form von Salz geht beim Tod verloren und lässt sich nur durch die Rückkehr zur Todesstelle zurückgewinnen. Die Charakterentwicklung verläuft über einen umfangreichen Fertigkeitenbaum, der an ein Sternbild erinnert und beträchtliche Freiheit beim Aufbau bietet. Statt Lagerfeuern dienen Heiligtümer als Rastplätze, an denen die Spielerin einen Orden wählt, der die angebotenen Dienste sowie die Art des Ausruhens beeinflusst.
Die handgezeichnete Grafik mit scharfen, dunklen Silhouetten verleiht dem Spiel ein eigenes Gesicht und hebt es von Nachahmern ab. Die Klangebene ist zurückhaltend und setzt eher auf Stille, Wind und Waffenklirren als auf große Musik, was das Gefühl der Einsamkeit nur verstärkt. Die Version für PlayStation Vita erschien kurz nach der Veröffentlichung für die große Konsole, und obwohl es sich um einen technisch anspruchsvollen Titel handelt, läuft er überraschend gut auf dem tragbaren Gerät und bietet den vollständigen Inhalt. Die Kritik nahm das Spiel wohlwollend auf und bezeichnete es als die gelungenste zweidimensionale Umsetzung der Soulslike-Prinzipien seiner Zeit. Anerkennenswert ist auch, dass das Spiel nicht bei der bloßen Nachahmung des Vorbilds stehen blieb, sondern eigene Ideen hinzufügte, etwa die Bewegung an Wänden und Decken oder das Ordenssystem, das den gesamten Spielverlauf verändert. Für Spielerinnen und Spieler, die einen harten und durchdachten Fortschritt schätzen, ist es eines der umfangreichsten Erlebnisse überhaupt auf der Vita.
Spiel 56 von 122 für Sony PlayStation Vita