Breath of Fire III
Breath of Fire III hob Capcoms Serie aus der 16-Bit-Ära in die 3D-Generation und tat dies mit großem grafischem Ehrgeiz – es verband reich gemalte Hintergründe mit 2D-Figuren und einfühlsam animierten Kämpfen. Die Geschichte folgt einem Drachen namens Ryu, der ohne Erinnerungen aus einem langen Schlaf erwacht und nach und nach seine Herkunft sowie das Schicksal seines Volkes entdeckt, wobei ihn das Spiel von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter begleitet und sich mit ihm auch die Erzählweise wandelt. Das Spiel lockt mit einem dichten Netz an Nebenaktivitäten, unter anderem einem Minispiel zur Zucht und Verbesserung von Tieren auf einem Bauernhof, dem Angeln oder einem System, mit dem man Fähigkeiten von besiegten Gegnern erlernt, was den Kämpfen zusätzliche Motivation jenseits des bloßen Fortschritts der Geschichte verlieh. Die Spielwelt enthält zudem zahlreiche versteckte Orte und optionale Dungeons, die gründliche Spieler mit seltener Ausrüstung und weiteren Erzählfragmenten belohnen.
Das Kampfsystem bleibt der rundenbasierten Tradition der Serie treu, bereichert sie aber um Figurenformationen, die die Wirksamkeit von Angriffen beeinflussen, und um das schrittweise Freischalten von Drachenverwandlungen, die Ryu im richtigen Moment einen entscheidenden Kampfvorteil verschaffen. Die Musik von Yasuaki Iwata unterstrich sowohl die melancholischen als auch die abenteuerlichen Passagen des Spiels und trug zusammen mit der sorgfältig gestalteten Welt zum Gefühl eines wirklich gelebten Fantasy-Universums voller unterschiedlicher Kulturen und Schauplätze bei. Technisch schöpfte das Spiel die Möglichkeiten der PlayStation voll aus, einschließlich fließender Übergänge zwischen Erkundung und Kämpfen sowie detailliert ausgearbeiteter Städte, deren Architektur sich in den einzelnen Teilen der Welt deutlich unterschied.
Breath of Fire III wurde zur Veröffentlichung als eines der ausgefeiltesten JRPGs seiner Generation gewürdigt, auch wenn es mit seinem Schwierigkeitsgrad und den verzweigten Nebensystemen nicht jedem Spieler zusagen musste, der an geradlinigere Titel gewöhnt war. Bis heute wird es von Fans klassischer Capcom-Rollenspiele wegen seiner Atmosphäre gesucht und dafür, wie unaufdringlich es eine ernste Geschichte über Identität und Verlust mit leichteren Spielelementen und Erkundung verbindet, und es wird oft als einer der Höhepunkte der gesamten Serie genannt.
Warum spielen: Wegen der Atmosphäre und der unaufdringlichen Verbindung einer ernsten Geschichte über Identität mit leichteren Spielelementen, auch wenn der Schwierigkeitsgrad und die verzweigten Systeme nicht jedem zusagen.
Spiel 106 von 215 für Sony PlayStation