The Settlers III
The Settlers III ist ein Spiel über die Idee, dass Kriege von demjenigen gewonnen werden, der seine Produktion im Griff hat. Drei Götter entsenden ihre Völker, die Römer, die Ägypter und die Asiaten, in ein umstrittenes Gebiet, und der Spieler gründet für eine dieser Kulturen eine Siedlung, die alles selbst herstellen muss, vom Brot bis zum Schwert. Der dritte Teil verzichtete auf das Straßensystem des Vorgängers und ließ die Siedler frei umherlaufen, was das Spiel beschleunigte und vereinfachte, doch die Grundlage blieb: Ohne Rohstoffe entsteht nichts, und ohne jemanden, der es trägt, bewegt sich nichts.
Das Herzstück ist die Produktionskette. Der Holzfäller fällt Bäume, das Sägewerk verarbeitet die Stämme, der Steinmetz bricht Steine, Farmen bauen Getreide an, Mühle und Bäckerei machen daraus Brot, das die Bergleute in den Minen versorgt; aus Erz und Kohle entsteht in der Hütte Metall, aus dem die Schmiede Waffen fertigt, und erst dann kann die Kaserne einen Soldaten ausbilden. Jedes fehlende Glied macht sich sofort woanders bemerkbar, und der Spieler verbringt die meiste Zeit damit, Engpässe, Überschüsse und die Platzierung von Gebäuden zu lösen, damit die Siedler nicht unnötig weit laufen müssen. Der militärische Teil ist geradliniger: Wachtürme werden besetzt, um die Grenzen des eigenen Territoriums zu erweitern, und der Kampf wird durch Anzahl und Stufe der Soldaten sowie durch die Unterstützung von Zaubersprüchen entschieden, für die die Priester durch das Opfern von Rohstoffen sparen müssen.
Optisch ist es eines der schönsten 2D-Spiele seiner Zeit, voller fein animierter kleiner Figuren, die man einfach gerne beobachtet, begleitet von ruhiger, fast einschläfernder Musik. Gerade dieser Kontrast zwischen friedlichem Aufbau und schließlich ziemlich hartem Krieg macht die Reihe zu etwas Eigenständigem. Kommerziell war es ein sehr erfolgreicher Titel, besonders in Europa, wo die Marke eine starke Fangemeinde hatte, und das Spiel erhielt eine Erweiterung mit einer vierten Nation. Heute lässt es sich leicht spielen, es braucht nur Geduld: Die erste Stunde dreht sich um Stämme und Brot, erst danach kommt die Armee und mit ihr auch der Grund, warum die ganze Logistik überhaupt aufgebaut wurde. Der Einfluss der Reihe zeigt sich in jedem späteren Aufbauspiel, das auf Produktionsketten setzt statt auf das simple Abziehen von Rohstoffen aus einem Lager.
Spiel 37 von 229 für PC / Pentium a Windows 9x