Alex Kidd: High-Tech World
Alex Kidd: High-Tech World weicht deutlich vom Rest der Plattformer-Serie ab und bietet statt Springen und Kämpfen eher ein langsameres Adventure mit Fokus auf das Sammeln von Gegenständen, das Sprechen mit Figuren und das Lösen einfacher Logikrätsel. Alex bewegt sich dabei durch eine Reihe miteinander verbundener Bildschirme und Orte, spricht mit den Bewohnern, sucht nach Schlüsselgegenständen und kombiniert sie durchdacht, um weiterzukommen – ähnlich wie in den klassischen Grafik-Adventures seiner Zeit, nur in deutlich vereinfachter, zugänglicherer und actionreicherer Form, angepasst an die Beschränkungen einer Heimkonsole. Der Fortschritt erfordert oft die Rückkehr an einen zuvor besuchten Ort mit einem neu erworbenen Gegenstand, um ihn dort auszuprobieren, wo es vorher nicht weiterging – das bringt das Spiel eher in die Nähe von Logik-Adventures als der actionreichen Plattformer, für die die Serie ansonsten bekannt ist.
Optisch wirkt das Spiel fröhlicher und bunter als die düstereren Titel des Master System, mit Betonung auf niedlichem Design der Figuren, der Umgebung und der Nebencharaktere, während die Musik die leichte, fast märchenhafte Atmosphäre des gesamten Abenteuers ohne größere Spannung abrundet. Das Tempo ist bewusst ruhiger als bei den Action-Teilen der Serie und legt den Schwerpunkt auf Nachdenken und Experimentieren mit Gegenständen statt auf Reflexe, was es eher zu einem entspannten Zwischenstopp zwischen den anspruchsvolleren und schnelleren Titeln derselben Marke macht.
Unter Alex-Kidd-Fans bleibt High-Tech World ein umstrittener Ausreißer aus dem etablierten Muster der Serie — ein Teil der Spieler schätzt den Mut, ein völlig anderes Genre und ein langsameres Tempo auszuprobieren, andere wiederum vermissen die Action-Elemente und das Plattform-Springen, die die Serie berühmt gemacht haben. Auch mit zeitlichem Abstand ist es ein interessanter Beleg dafür, wie Sega in der Master-System-Ära mit der eigenen Maskottchen-Marke genreübergreifend experimentierte, und für Sammler ist dieses unauffällige Adventure eine sympathische, kuriose Ergänzung der Sammlung neben den bekannteren Plattformer-Teilen.
Warum spielen: Für Sammler und Alex-Kidd-Fans, die offen für Experimente sind und sich vom langsameren Tempo und der Abkehr vom für die Serie typischen Plattform-Springen nicht abschrecken lassen.
Spiel 53 von 67 für SEGA Master System