Chair in a Room: Greenwater – boxart
CBRDGoogle Cardboard

Chair in a Room: Greenwater

Hororová adventura 2016 Wolf & Wood Interactive ⏱ Kurz · bis ~3 Std. 🔞 18+

Eine abgespeckte mobile Version des Horror-Walking-Sims von Oculus Rift.

Chair in a Room: Greenwater ist ein atmosphärisches Horror-Walking-Sim-Adventure des britischen Studios Wolf & Wood Interactive, das auf Cardboard als abgespeckte mobile Variante des ursprünglichen Erlebnisses erschien, das für Headsets mit Positions-Tracking wie das Oculus Rift entwickelt wurde. Der Spieler durchquert ein verlassenes, verfallendes Gebäude, das an eine ehemalige Heilanstalt erinnert, und sammelt dabei Erzählfragmente über die Experimente, die einst innerhalb seiner Mauern stattfanden.

Für die mobile Version musste die freie Bewegung im Raum durch eine blickbasierte Navigation ersetzt werden, bei der sich der Spieler durch reines Anschauen zwischen festen Punkten der Umgebung bewegt. Dadurch verlor das Spiel einen Teil der physischen Unmittelbarkeit des Originals, bewahrte aber die drückende Atmosphäre, die durch Sounddesign, gedämpfte Beleuchtung und das Gefühl entsteht, in den dunklen Gängen nie zu wissen, was um die Ecke oder im Nebenraum lauert. Die Interaktion beschränkt sich auf einfaches Betrachten von Gegenständen und das Lösen kleiner Rätsel, klassischer Kampf fehlt praktisch völlig.

Das Spiel gehörte zu einer kleinen, aber markanten Gruppe von Horrortiteln auf Cardboard, die zeigten, dass ein auf Spannung und Erkundung ausgerichtetes Genre auch ohne vollständiges Bewegungstracking und ohne Controller funktionieren kann. Kritiker wie Spieler sahen darin den Beweis, dass sich ein ambitionierteres VR-Erlebnis auch auf eingeschränktere Hardware übertragen lässt, wenngleich mit notwendigen Kompromissen bei Steuerung und Präsenzgefühl. Heute ist Greenwater ein interessantes Beispiel dafür, wie sich dasselbe Spiel an sehr unterschiedliche Stufen der damaligen VR-Technik anpassen ließ, vom vollwertigen PC-Headset bis hin zum Karton mit Linsen. Gerade dieser Kontrast zwischen den Versionen macht den mobilen Port zu einem faszinierenden historischen Artefakt, denn er zeigt genau, was ein auf langsamem Gehen und aufmerksamem Zuhören basierender Horrortitel verliert, wenn ihm die physische Bewegung genommen und durch bloßen Blick ersetzt wird, und was er sich selbst unter diesen Bedingungen bewahren kann.

Warum spielen: Für Neugierige, die vergleichen wollen, was ein Horrorerlebnis beim Wechsel von einem vollwertigen PC-Headset zu einem simplen Linsenkarton konkret verliert.

Spiel 6 von 12 für Google Cardboard