Vanguard V
Vanguard V ist ein On-Rails-Action-Shooter des koreanischen Studios Wemade, der sich klassische Arcade-Rail-Shooter zum Vorbild nahm und sie auf Cardboard in eine Sci-Fi-Umgebung voller Roboter, Verteidigungstürme und aus verschiedenen Richtungen angreifender feindlicher Mechs übertrug. Der Spieler bewegt sich auf einem festen Pfad durch eine Angriffsbasis oder ein Schlachtfeld und zielt mit dem Blick des Kopfes, während das Feuern durch einen einzigen Knopf am Headset ausgelöst wird, ohne jegliches weitere Bedienelement.
Visuell setzte das Spiel auf kräftige Farben und gut erkennbare Silhouetten der Gegner, damit das Ziel trotz der begrenzten Auflösung der damaligen Telefone, projiziert durch die beiden Linsen von Cardboard, stets gut erkennbar war. Das Tempo war schnell, mit kurzen Gegnerwellen, einem einfachen System zur Waffenverbesserung und zunehmend schwereren Abschnitten, was es zu einem typischen Vertreter der sogenannten Arcade-Shooter machte, die für kurze Spielsitzungen angepasst waren, wie sie mobile VR ohne Controller im Grunde erforderte.
Innerhalb der frühen Cardboard-Bibliothek gehörte Vanguard V zu den Titeln, die zeigten, dass sich das Shooter-Genre auf die Plattform übertragen ließ, sofern man es von der Notwendigkeit freier Bewegung befreite und durch eine feste Schiene und klar erkennbare Ziele ersetzte. Das Spiel verfolgte einen ähnlichen Designansatz wie eine Reihe anderer On-Rails-Titel jener Zeit und dient bis heute als Erinnerung daran, wie Entwickler intuitiv nach Genres suchten, die auch mit nur einem Knopf und dem Blick als einzigem Eingabemittel funktionierten, bevor Headsets mit vollwertigen Controllern und räumlicher Handverfolgung auf den Markt kamen. Für viele Spieler war es die allererste Begegnung mit der Idee, dass man in der virtuellen Realität schießen kann wie in einer klassischen Spielhalle, nur dass man statt einer Spielzeugpistole mit dem eigenen Kopf zielt, was sich 2015 noch recht ungewohnt anfühlte. Kurze Missionen erlaubten es, das Spiel für ein paar Minuten zwischen anderen Tätigkeiten anzuspielen und ohne Fortschrittsverlust wieder darauf zurückzukommen, was sich angesichts der Geschwindigkeit, mit der sich ein in Karton gestecktes Telefon aufheizt, und der begrenzten Akkulaufzeit beim längeren Tragen des Headsets auf dem Kopf als praktische Eigenschaft erwies.
Warum spielen: Für Sammler der Geschichte der mobilen VR, die erleben wollen, wie frühe Cardboard-Titel das Shooter-Genre mit einem einzigen Knopf und dem Blick statt freier Bewegung im Raum angingen.
Spiel 5 von 12 für Google Cardboard