Lemmings
Kleine grünhaarige Geschöpfe, die kopflos dem sicheren Verderben entgegenmarschieren, wenn man ihnen nicht rechtzeitig hilft. Lemmings von 1991 zählt zu den genialsten Logikspielen überhaupt, und auf dem Amiga, seiner Heimatplattform, zeigte es sich in voller Pracht.
Das Prinzip ist vollkommen einfach und zugleich unerschöpflich tief. Aus einer Öffnung strömt ein Zug von Lemmingen, die immer geradeaus gehen, von Klippen fallen und seelenruhig in einen Abgrund schreiten. Ihre Aufgabe ist es, den einzelnen Lemmingen Rollen zuzuweisen: Gräber, Brückenbauer, Blockierer, Fallschirmspringer oder denjenigen, der sich im äußersten Fall in die Luft sprengt. Aus den verfügbaren Fähigkeiten müssen Sie einen Weg zusammensetzen, der die erforderliche Zahl an Geschöpfen zum Ausgang führt.
Der Zauber liegt darin, wie aus wenigen Regeln eine enorme Tiefe entsteht. Jeder Level ist ein Rätsel, das oft mehr als eine Lösung hat, und der Druck wächst mit der Zeit sowie mit der Zahl der Lemminge, um die man sich kümmert. Das Spiel kann im selben Moment entspannt und wahnsinnig angespannt sein.
Hinter Lemmings steht das schottische Studio DMA Design, also die Leute, die später die Grand-Theft-Auto-Serie schufen. Schon hier war ihr Gespür für Ideen, Witz und Gameplay zu erkennen. Der Titel wurde zu einem gewaltigen kommerziellen Hit und wurde auf so ziemlich alles portiert, was einen Bildschirm hatte, von Konsolen bis zu Handheld-Geräten.
Lemmings ging als eines der prägenden Puzzlespiele seiner Zeit in die Geschichte ein und unterhält bis heute mit seiner Reinheit. Es ist der Beweis, dass großartiges Spieldesign keine Komplexität braucht, nur eine perfekte Idee, die bis zur letzten Konsequenz durchgezogen wird.
Warum spielen: Eine genial einfache Idee mit enormer Tiefe; eines der besten Rätsel, das Heimcomputer je erhielten.
Spiel 5 von 121 für Commodore Amiga
Derselbe Titel woanders (9)
Der Amiga ist die Heimatplattform von Lemmings mit voller Levelanzahl und flüssigster Maussteuerung. Die DOS-PC-Version bleibt ihr sehr nahe, die Maussteuerung bleibt präzise, die EGA- oder VGA-Grafik wurde nur leicht angepasst. Auf dem Commodore 64 mussten Entwickler das Spiel wegen des Speichers auf mehrere Disketten aufteilen und die Scrollgeschwindigkeit reduzieren, bewahrten aber die meisten Level. Die tragbaren Versionen für Game Boy und SEGA Game Gear leiden unter geringer Bildschirmauflösung — bei Szenen mit hundert Lemmingen verliert man leicht den Überblick, und das Steuerkreuz erreicht nie die Präzision einer Maus. Auf SEGA Mega Drive und Super Nintendo spielt man mit Gamepad-Cursor, langsamer als eine Maus, doch beide sind farbenfroh und enthalten die meisten Rätsel.