Exile
Exile ist ein Action-Adventure mit Schwerpunkt auf Physik und Erkundung, das das Studio Audiogenic für den Amiga aus dem Original von Peter Irvin und Jeremy Smith für Achtbit-Rechner adaptierte. Der Spieler steuert einen mit einem Jetpack ausgestatteten Piloten, der in eine weitläufige Höhlenbasis eines gefährlichen außerirdischen Wissenschaftlers eindringt, um gefangene Kollegen zu befreien und ein riskantes Experiment zu stoppen. Die Spielwelt ist offen und miteinander verbunden, sodass der Spieler selbst wählt, in welcher Reihenfolge er die Bereiche erkundet – für seine Zeit ungewöhnlich ambitioniert und in vielerlei Hinsicht ein Vorgriff auf spätere Metroidvania-Titel.
Kern des Gameplays ist eine realistische physikalische Simulation von Bewegung, Schwerkraft sowie Luft- und Wasserströmung, die der Spieler mithilfe von Jetpack-Treibstoff und verschiedenen Werkzeugen wie Harpune oder Schild beherrschen muss. Das Spiel funktioniert so als Hybrid aus Plattformer, Adventure und einfacher Simulation, bei dem der Erfolg eher vom Verständnis der Weltregeln als von Reflexen abhängt, und viele Rätsel erfordern das Experimentieren mit Umgebung und Objekten. Die künstliche Intelligenz der Gegner und kleinen Kreaturen in den Höhlen war für ihre Zeit ungewöhnlich ausgefeilt und verlieh der Spielwelt ein überzeugendes Gefühl eines lebendigen Ökosystems.
Die Atmosphäre wird durch die düstere, bedrückende Umgebung der unterirdischen Basis verstärkt, begleitet von spärlicher, aber wirkungsvoller Musik und Geräuschen, die das Gefühl von Isolation und Gefahr unterstreichen. Bei seiner Veröffentlichung wurde Exile von der Kritik als außergewöhnlich originelles und technisch anspruchsvolles Projekt aufgenommen, oft genannt unter den besten Spielen der Acht- und Sechzehnbit-Ära überhaupt. Es gilt bis heute als Vorläufer des physikbasierten Erkundungsspiel-Genres und als Beleg dafür, dass die Independent-Entwicklerszene schon 1991 einen konzeptionell mutigen Titel liefern konnte, der seiner Zeit voraus war. Viele Spieler schätzen noch heute, wie natürlich sich in Exile physikalisches Rätseldesign mit dem Gefühl verbindet, eine unbekannte unterirdische Welt zu entdecken.
Warum spielen: Wer sich von physikbasierter Erkundung und der Atmosphäre einer bedrückenden unterirdischen Basis angezogen fühlt, findet in Exile ein konzeptionell mutiges und technisch bemerkenswertes Erlebnis, das seiner Zeit voraus war.
Spiel 91 von 121 für Commodore Amiga