Sorcery+
Sorcery+ wurde 1985 von Virgin Games als erweiterte Version des Textadventures Sorcery veröffentlicht, inspiriert von der Buchreihe Sorcery! von Steve Jackson und Ian Livingstone. Der Spieler macht sich in der Rolle eines Zauberers durch den tiefen Flüsternden Wald und weitere gefährliche Gebiete auf den Weg zur Stadt Kharé, wobei er unterwegs Rätsel löst, magische Gegenstände sammelt und ein Zaubersystem nutzt, das dem Spiel gegenüber gewöhnlichen Textadventures ohne Kampf- und Magiesystem eine ausgeprägte strategische Ebene verlieh, wobei die Wahl des richtigen Zauberspruchs im richtigen Moment oft über Fortschritt oder Tod entschied.
Die Plus-Version enthielt gegenüber dem Originalspiel zudem erweiterten Inhalt, und auf dem Band kam gesprochenes Wort zur Einführung des Spiels hinzu, was 1985 auf dem Spectrum eine technische Rarität war, die zusätzlichen Platz auf dem Medium erforderte. Der Spieler musste sich die Zauberworte für die einzelnen Sprüche merken oder aufschreiben und sie richtig mit der jeweiligen Situation kombinieren, wodurch das Spiel seine Textoberfläche mit Elementen verband, die an Rollenspielsysteme erinnerten, und so das Gefühl vermittelte, tatsächlich ein Zauberbuch voller Risiken und Belohnungen zu studieren, bei dem ein falscher Zauberspruch fatale Folgen haben konnte und den Spieler zwang, sich eigene Notizen außerhalb des Spiels selbst zu machen.
Das Spiel wurde damals als eines der interessantesten, von der Gamebook-Arbeit Jacksons und Livingstones inspirierten Adventures wahrgenommen und profitierte von deren bereits damals großer Popularität unter britischen Spielern, die die Vorlage aus gedruckten, in hohen Auflagen verkauften Büchern kannten. In der Geschichte des Genres zählt es zu den Titeln, die zeigten, wie sich ein Buchabenteuer mit einem interaktiven Text-Parser und einem Magiesystem verbinden lässt. Heute reizt es vor allem als Kuriosität und Beleg für die Kreuzung literarischer Gamebooks mit Computerspielen der Achtzigerjahre, auch wenn seine Rätsel ohne Kenntnis der damaligen Gepflogenheiten und Spielkonventionen oft ungerechtfertigt schwer ausfallen.
Warum spielen: Für Spieler, die sich für die Schnittstelle zwischen den Gamebooks von Jackson und Livingstone und Textadventures interessieren – eine Kuriosität, deren Rätsel ohne Kenntnis der damaligen Gepflogenheiten oft ungerechtfertigt schwer ausfallen.
Spiel 69 von 100 für ZX Spectrum