Rogue
Rogue ist wohl das einflussreichste Spiel seiner Art: Man bewegt sich durch ein Verlies mit vielen Ebenen, dessen Aufbau, Monster und Schätze bei jedem Durchlauf neu generiert werden, muss neben dem Kampf auch den Hunger der eigenen Figur im Blick behalten und sammelt Waffen, Rüstungen, Schriftrollen, Tränke und Ringe, deren Wirkung man oft erst durch Ausprobieren herausfindet. Stirbt die Figur, endet das Spiel ohne Möglichkeit zur Rückkehr zu einem gespeicherten Stand, und der nächste Versuch beginnt auf einer völlig anderen Karte. Die Vorlage schrieben die Programmierer Michael Toy, Glenn Wichman und Ken Arnold auf universitären Unix-Rechnern, und als sie später eine Speicherfunktion hinzufügten, programmierten sie gleich mit, dass die Speicherdatei beim erneuten Laden gelöscht wird, damit der Tod der Figur nicht umgangen werden kann. Aus diesem einfachen, aber gnadenlosen Grundgerüst entstand ein ganzes Genre, das Roguelike, das bis heute neue Titel inspiriert und dem das Spiel buchstäblich seinen Namen gab.
Auf dem ZX Spectrum erschien das Spiel 1988 durch Icon Design und den britischen Budget-Verlag Mastertronic, unabhängig von den älteren amerikanischen Portierungen für DOS, Macintosh, Amiga und Atari ST, die zwei bis vier Jahre früher von einem ganz anderen Team entstanden waren. Optisch handelt es sich um eine vereinfachte, zeichenbasierte Fassung, die an die bescheidene Hardware des Spectrum angepasst und über die Tastatur gesteuert wurde; die Spielprinzipien – zufällige Verliesgenerierung, rundenbasierte Kämpfe und endgültiger Tod ohne zweite Chance – blieben unverändert. Es handelte sich um eine billige, massentaugliche Veröffentlichung für den europäischen Markt, erhältlich in Zeitschriftenläden ebenso wie in gewöhnlichen Spielegeschäften, nicht um eine erweiterte oder anderweitig verbesserte Version gegenüber dem älteren Epyx-Original; die Steuerung blieb rein tastaturbasiert, und auch die Notwendigkeit, unbekannte Gegenstände durch Ausprobieren zu identifizieren, blieb bestehen.
Warum spielen: Für Spectrum-Besitzer ist dies eine erschwingliche Möglichkeit, das Spiel auszuprobieren, das dem gesamten Roguelike-Genre den Weg bereitet hat – mit dem Wissen, dass es sich um eine bescheidenere Budget-Fassung eines Klassikers aus den späten 1980er-Jahren handelt.
Spiel 99 von 100 für ZX Spectrum