Rogue
Rogue zählt zu den gründungsprägenden Spielen des Roguelike-Genres: Die Spielerin bzw. der Spieler steigt in ein zufällig generiertes, mehrstöckiges Verlies hinab, kämpft gegen Monster, behält den Hunger der eigenen Figur im Blick und sammelt Waffen, Rüstungen, Schriftrollen, Tränke und Ringe, deren Wirkung man oft erst durch Ausprobieren herausfindet – doch sobald die Figur stirbt, endet der Durchlauf endgültig, und der nächste Versuch beginnt mit einer völlig anderen Karte und Gefahrenverteilung. Die Vorlage entstand auf universitären Unix-Rechnern durch die Programmierer Michael Toy, Glenn Wichman und Ken Arnold, die nach Einführung einer Speicherfunktion gleich dafür sorgten, dass die Speicherdatei beim erneuten Laden gelöscht wird, damit der Tod der Figur nicht umgangen werden kann. Diese Ungewissheit, das Fehlen jeder Möglichkeit, einen älteren Spielstand zu laden, und die Notwendigkeit, jeden Schritt zu durchdenken, sind der Hauptgrund, warum das Spiel auch Jahrzehnte später einflussreich bleibt und als Begründer des gesamten Genres gilt.
Auf dem Commodore 64 erschien das Spiel erst 1988, und zwar auf einem anderen Weg als die früheren Portierungen für DOS, Macintosh, Amiga oder Atari ST – diese Version stammt von Icon Design für den britischen Budget-Verlag Mastertronic, parallel zu den Versionen für ZX Spectrum und Amstrad CPC. Es handelt sich also um eine eigenständige Portierung, unabhängig vom älteren amerikanischen Team A.I. Design, die einige Jahre später entstand und auf den europäischen Budgetmarkt mit günstigen Kassetten zielte, erhältlich sowohl in Zeitschriftenläden als auch in Elektronikgeschäften. Die Grafik blieb einfach und an die Möglichkeiten der Acht-Bit-Maschine angepasst, mit einer für den Commodore 64 typischen Farbpalette, der Kern des Spiels – Verliesgenerierung, rundenbasierte Kämpfe und permanenter Tod – änderte sich gegenüber der älteren Epyx-Portierung jedoch nicht, ebenso wenig wie die Notwendigkeit, unbekannte Gegenstände durch Ausprobieren zu identifizieren.
Warum spielen: Diese Version spricht C64-Besitzer an, die ein klassisches Roguelike wollen, ohne zum teureren amerikanischen Original greifen zu müssen – spielerisch ist es weiterhin dasselbe gnadenlose Verlies, nur in günstigerer europäischer Verpackung.
Spiel 115 von 121 für Commodore 64