Project Gotham Racing
Project Gotham Racing war eines der weiteren Launch-Titel der Xbox und der Nachfolger des zuvor veröffentlichten Metropolis Street Racer des britischen Studios Bizarre Creations, das sich auf die Verbindung von Arcade-Vergnügen mit ehrlichem Respekt vor der Autokultur und der Geschichte des Motorsports spezialisiert hatte. Die zentrale Innovation des Spiels war das Kudos-System, das die Vorstellung davon, was eine gute Fahrt ausmacht, grundlegend veränderte, da Punkte nicht nur für die erzielte Zeit vergeben wurden, sondern vor allem für Stil - saubere Drifts, präzises Einlenken in Kurven und riskante Manöver, die ohne Kollisionen mit Leitplanken oder Gegnern ausgeführt wurden.
Diese Betonung von Eleganz und Präzision beim Fahren unterschied das Spiel von konkurrierenden Arcade-Rennspielen, die sich rein auf Geschwindigkeit und Platzierung im Ziel konzentrierten, und führte dazu, dass der Spieler eine Strecke oft nicht wegen einer besseren Zeit wiederholte, sondern wegen einer saubereren Fahrt. Die Kudos-Punkte dienten zugleich als Währung, mit der neue Fahrzeuge und Wettbewerbe freigeschaltet wurden, sodass Stil nicht bloß schmückendes Beiwerk war, sondern die zentrale Antriebskraft des Fortschritts im Spiel. Das Spiel bot lizenzierte Fahrzeuge namhafter Hersteller und originalgetreu umgesetzte reale Städte, unter denen London, San Francisco oder Tokio herausstachen, deren Straßen, Brücken und Sehenswürdigkeiten mit Liebe zum Detail und zur Atmosphäre des jeweiligen Ortes digitalisiert wurden. Das Fahrmodell bewegte sich irgendwo zwischen Arcade und Simulation, weshalb ein feinfühliger Umgang mit dem Gaspedal nötig war, ohne Gelegenheitsspieler abzuschrecken.
Die Kombination aus hoher grafischer Qualität, einem überzeugenden Fahrmodell und dem Stil-Bewertungssystem machte Project Gotham Racing zu einem der technologischen Flaggschiffe der frühen Xbox-Ära und zu einem überzeugenden Beweis dafür, dass die neue Konsole von Microsoft ein seriöses, ästhetisch ausgefeiltes Rennerlebnis bieten konnte, vergleichbar mit den PC-Titeln jener Zeit, was dabei half, das Rennspielgenre als eine der Säulen der frühen Xbox-Bibliothek zu etablieren, und den Boden für den späteren Erfolg der Forza-Reihe bereitete. Heute wirkt das Spiel wie ein ruhigerer, kultivierterer Gegenpol zu den lauten Straßenrennen, die das Genre einige Jahre später beherrschten.
Spiel 8 von 176 für Microsoft Xbox