Final Fight – boxart
X68kSharp X68000

Final Fight

Beat 'em up 1992 Capcom ⏱ Kurz · bis ~3 Std. ⭐ Must-play

Capcoms ikonisches Prügelspiel; Haggar, Cody und Guy säubern die Straßen von Metro City von der Mad-Gear-Gang.

Final Fight gehört zu den ikonischsten Prügelspielen des Übergangs von den Achtzigern zu den Neunzigern, und seine Umsetzung für den Sharp X68000 gilt bis heute als Musterbeispiel dafür, was ein japanischer Heimcomputer leisten konnte, wenn sich Capcom selbst an die Arbeit machte. Bürgermeister Mike Haggar, Straßenschläger Cody und Ninja Guy ziehen aus, um die Straßen von Metro City von der Mad-Gear-Bande zu säubern und die entführte Jessica zu retten. Das gesamte Spiel beruht auf einem einfachen, aber außerordentlich befriedigenden Kampfsystem, bei dem wenige Tasten und präzises Timing genügen. Jede Figur spielt sich allerdings deutlich anders: Haggar setzt auf rohe Kraft und Ringergriffe, Cody auf Ausgewogenheit und den Umgang mit Messer oder Rohr, Guy auf Geschwindigkeit und Sprungtritte. Der Verlauf ist linear, doch die Levels stecken voller Details, zerstörbarer Fässer, in Tonnen versteckter Nahrung und Gegner, die in immer unangenehmeren Kombinationen auftauchen.

Technisch gesehen ist die X68000-Version genau der Grund, warum sich Enthusiasten diesen Computer zulegten. Eine Maschine mit Motorola-68000-Prozessor und Hardwareunterstützung für Sprites sowie mehrere Scroll-Ebenen schaffte es, die Arcade-Vorlage mit minimalen Kompromissen zu übertragen, einschließlich großer animierter Figuren, flüssig bewegter Hintergründe und einer Farbpalette, an die die damaligen Konsolen nicht herankamen. Für den Klang sorgt ein Yamaha-Chip zur FM-Synthese, ergänzt um gesampelte Schlagzeugklänge und Sprüche, sodass die rhythmischen Stücke, die die einzelnen Viertel von Metro City begleiten, voll klingen und die Treffer das nötige Gewicht haben. Das Laden von Disketten war der Preis für diese Werktreue.

Damals wurde diese Konvertierung als eines der Argumente dafür gesehen, dass der X68000 die beste japanische Heim-Arcade-Maschine sei, besonders im Vergleich zur beschnittenen Konsolenversion, der eine Figur und eine ganze Ebene fehlten. Der Einfluss von Final Fight selbst auf das Genre ist grundlegend: Es definierte das Tempo, den Aufbau der Gegnerwellen und die Bonusebenen, die dann von Dutzenden anderer Spiele kopiert wurden. Heute wirkt das Spiel kurz und geradlinig, umso lieber kehrt man aber zu ihm zurück, vor allem zu zweit an einem Bildschirm, wo daraus eine klassische halbstündige Fahrt voller entwaffnender Gewalt und Achtzigerjahre-Ästhetik wird.

Spiel 1 von 25 für Sharp X68000

Derselbe Titel woanders (2)

In den Spielhallen lief Final Fight auf Capcoms leistungsstarker CPS-Hardware mit voller Farbzahl, flüssigem Scrolling und vor allem gleichzeitigem Zweispieler-Koop. Die Super-Nintendo-Umsetzung von 1991 musste wegen begrenztem Modulspeicher und schwächerer Hardware genau diesen Koop-Modus opfern und eine der spielbaren Figuren, Guy, komplett streichen (er kehrte erst in einem späteren Nachfolger zurück); zudem ruckelt es gelegentlich bei vielen Gegnern auf dem Bildschirm. Die Sharp-X68000-Fassung von 1992 dagegen zählt zu den treuesten Heimkonvertierungen ihrer Zeit – sie behielt den vollen simultanen Koop der beiden verbliebenen Helden und kam Farbe und Flüssigkeit des Arcade-Originals bemerkenswert nahe.