The House of the Dead: Overkill
The House of the Dead: Overkill ist ein Prequel zur Arcade-Reihe, das sich entschieden hat, sich selbst nicht im Geringsten ernst zu nehmen. Agent G verbündet sich hier mit dem hitzköpfigen Detective Isaac Washington, und gemeinsam durchqueren sie den Schlamm des amerikanischen Südens, wo ein Verbrecher mit dem Spitznamen Papa Caesar und seine Mutanten ihr Unwesen treiben. Das gesamte Spiel ist im Stil eines Grindhouse-Films aus den Siebzigerjahren gehalten: körniges Bild, Kratzer auf dem Filmband, übertriebene Zwischentitel zwischen den Kapiteln sowie ein Erzähler, der die nächste Rolle ankündigt, als handle es sich um ein Doppelprogramm im Autokino.
Das Gameplay hält sich an die klassische Arcade-Formel. Die Kamera bewegt sich von selbst, der Spieler führt den Cursor über den Bildschirm, schießt, lädt mit einem Ruck des Controllers nach und versucht, eine ununterbrochene Trefferkette zu halten, denn genau das Kombo bestimmt die Punktzahl am Ende. Zwischen den Kapiteln werden Waffen gekauft und verbessert, was einen Grund liefert, das Spiel auf höherem Schwierigkeitsgrad mit besserer Ausrüstung erneut durchzuspielen. Die Wii Remote ließ sich mit dem Kunststoffaufsatz Wii Zapper ergänzen, und das Spiel lässt sich zudem hervorragend zu zweit nebeneinander spielen, was es zu einem dankbaren Titel für Besuch macht.
Ein besonderes Markenzeichen des Spiels ist die Sprache. Die Dialoge sind derart mit Kraftausdrücken vollgepackt, dass zum Erscheinungszeitpunkt hauptsächlich deshalb über den Titel gesprochen wurde, und der Humor bewegt sich bewusst jenseits der Grenzen des guten Geschmacks. Die Musik mischt Funk-, Blues- und Rockmotive und erzeugt zusammen mit der grellen Neonbeleuchtung eine schrille, unterhaltsam übertriebene B-Movie-Atmosphäre. Die Kritik nahm das Spiel besser auf, als sie selbst erwartet hatte, denn unter der Parodie fand sie einen ehrlichen und präzise abgestimmten Shooter mit gutem Waffengefühl. Später erschien eine erweiterte Fassung für PlayStation 3, und bis heute gilt es als einer der besten Gründe, sich für die Wii eine Lichtpistole zuzulegen. Die kurze Spielzeit wird dadurch ausgeglichen, dass man gerne wegen einer besseren Punktzahl zurückkehrt. Besondere Erwähnung verdient die Figur des Isaac Washington, dessen Sprüche zu einem festen Bestandteil der Legende des Titels wurden, sowie die für gute Ergebnisse freigeschalteten Bonuslevel, die die Lebensdauer des Spiels um einige weitere Abende verlängern.
Spiel 45 von 140 für Nintendo Wii