The Messenger
The Messenger beginnt als geradlinige Hommage an achtbittige Ninja-Jump'n'Runs im Stil von Ninja Gaiden, vollzieht aber nach einigen Stunden einen Kniff, der es zu einem der meistdiskutierten Indie-Titel seiner Zeit machte. Der Spieler durchläuft zunächst lineare Levels, schlägt mit dem Schwert zu, klettert an Wänden und nutzt den magischen Cloudstep, einen zweiten Sprung in der Luft, der sich jedes Mal erneuert, wenn die Klinge einen Gegner, eine Laterne oder ein Projektil trifft. Genau diese eine Mechanik verwandelt das Vorankommen in eine flüssige Sprungkette, bei der ein geübter Spieler praktisch nie den Boden berührt, und sie ist der Hauptgrund, warum sich das Spiel so gut steuert.
Auf halber Strecke öffnet sich jedoch die Struktur, und aus dem linearen Jump'n'Run wird eine miteinander verbundene Welt im Geiste einer Metroidvania, in der der Spieler zu früheren Levels zurückkehrt und Wege sucht, die zuvor nicht passierbar waren. Gleichzeitig wechselt das Spiel zwischen einer acht- und einer sechzehnbittigen visuellen Ebene, und dieser Wechsel ist nicht nur kosmetischer Natur, denn in jeder Ära sieht das Gelände anders aus, und manche Durchgänge existieren nur in einer von beiden. Der Wechsel geschieht fließend in Echtzeit und gehört zu den einfallsreichsten Ideen, die das Genre in den letzten Jahren erhalten hat.
Auf der Switch läuft das Spiel problemlos, die Steuerung reagiert flink, und die kurzen Abschnitte zwischen den Kontrollpunkten kommen dem Handheld-Modus zugute. Das Schreiben ist ausgesprochen komödiantisch, vor allem dank eines redseligen Händlers, der den Fortschritt des Spielers kommentiert, gelegentlich aber in längere Monologe abgleitet. Die Musik arbeitet mit Chiptune-Klang in zwei Versionen, die den beiden grafischen Epochen entsprechen, und wechselt zusammen mit dem Bild, ein Detail, das zeigt, wie viel Sorgfalt in das Spiel geflossen ist. Die Kritik würdigte besonders den Mut, mitten im Spielverlauf das eigene Genre zu wechseln, und das Spiel erwarb sich einen starken Ruf unter Spielern, die mit NES-Jump'n'Runs aufgewachsen sind. Heute ist es eines der am besten spielbaren Titel seiner Art, das sowohl zu unterhalten als auch zu überraschen weiß.
Spiel 87 von 188 für Nintendo Switch