Girl's Garden – boxart
SGSEGA SG-1000

Girl's Garden

Akční 1984 Sega ⏱ Kurz · bis ~3 Std.
Girl's Garden – Aus dem Spiel
Aus dem Spiel
Girl's Garden – Titelbildschirm
Titelbildschirm

Ein unerwartet sanftes Thema für den SG-1000; ein Mädchen sammelt Blumen, um die Zuneigung eines Jungen zu gewinnen.

Girl's Garden ist eine eigentümliche und liebenswerte Kuriosität im Katalog des SG-1000, denn zu einer Zeit, als es auf der Konsole meist ums Schießen und Springen ging, versuchte es sich an einem völlig anderen Thema. Der Spieler führt ein Mädchen namens Papri, das versucht, im Wald genug Blumen zu sammeln, um sich die Gunst eines Jungen namens Minto zu bewahren. Das Ziel wird durch eine Anzeige ausgedrückt, die unerbittlich abnimmt, sodass sich das Spiel wie ein Wettlauf gegen die Zeit spielt. Blumen erscheinen über mehrere miteinander verbundene Bildschirme voller Gras, Teiche und Bäume, und das Mädchen sammelt sie im Vorbeigehen, wobei sie den vollen Armvoll regelmäßig zum Jungen zurücktragen muss, damit die Sammlung zählt.

Dem Weg stellen sich Bären in den Weg, die dem Mädchen kompromisslos nachstellen, und die einzige Verteidigung ist ein geworfenes Bonbon, das sie kurz aufhält. Dazu muss man Gewässer per Sprung überwinden und im Blick behalten, welcher Teil des Waldes sich zu durchqueren lohnt. Die Kombination aus Sammeln, Ausweichen und dem Haushalten mit begrenzten Mitteln verleiht dem Spiel eine unerwartete taktische Ebene, obwohl es optisch eine sehr schlichte Angelegenheit ist, aufgebaut aus einfachen Sprites und flachen farbigen Hintergründen. Der Klang besteht aus leichten melodischen Schleifen, die zum Thema passen und dem Ganzen einen märchenhaften Anstrich geben, wie er auf Konsolen jener Zeit unüblich war.

Girl's Garden wird vor allem deshalb erinnert, weil es eines der ersten Projekte bei Sega war, an dem Yuji Naka mitwirkte, der später mit der Sonic-the-Hedgehog-Reihe in Verbindung gebracht wird. Das historische Gewicht des Titels ist damit größer als sein spielerischer Umfang, der verständlicherweise bescheiden ausfällt. Dennoch lohnt sich ein Versuch: Es zeigt, dass es bereits in den frühen Achtzigerjahren Raum für Spiele gab, die auf ein anderes Publikum als den traditionellen Automatenspieler zielten, und seine einfache Schleife aus Sammeln und Ausweichen funktioniert auch heute noch als kurze, unaufwendige Episode, die sich in einer Sitzung durchspielen lässt. Wer sich für die Geschichte der japanischen Spieleindustrie interessiert, wird zudem die Gelegenheit schätzen, mit eigenen Augen zu sehen, wie die ersten Schritte von Menschen aussahen, die wenige Jahre später hinter Spielen mit weltweiter Reichweite standen.

Spiel 4 von 13 für SEGA SG-1000