A Fisherman's Tale
A Fisherman's Tale ist ein kurzes, aber außerordentlich einfallsreiches Puzzle-Adventure des Studios InnerspaceVR, veröffentlicht unter dem Label Vertigo Games und später auch auf Quest portiert. Der Spieler findet sich in der Rolle eines hölzernen Marionetten-Fischers wieder, der in einem Leuchtturm auf einer einsamen Klippe lebt, und stellt bald fest, dass seine Welt nur ein Miniaturmodell innerhalb eines größeren Leuchtturms ist – und umgekehrt er selbst wiederum eine Figur in einer noch größeren Welt darüber ist, in der ihn seine eigene vergrößerte Version beobachtet. Diese rekursive, matrjoschkaartige Struktur der Welt ist die zentrale Spielmechanik: Der Spieler dreht, verschiebt und manipuliert sich selbst über verschiedene Maßstäbe hinweg, liest Briefe, dreht die Zahnräder des Leuchtturms und löst Rätsel, die in einem gewöhnlichen linearen Raum überhaupt keinen Sinn ergäben. So setzt sich nach und nach auch die persönliche Geschichte des Protagonisten zusammen, seine Beziehung zu seinem Vater und zum Meer, das ihm einen nahestehenden Menschen genommen hat.
Der visuelle Stil ist bewusst märchenhaft gehalten, mit hölzernen Texturen, Seilen und warmer Beleuchtung, die an ein illustriertes Kinderbuch erinnert, und die sanfte, anrührende Musik untermalt den intimen, traumartigen Ton einer Geschichte über Einsamkeit, Verlust und Elternschaft. Dank der kurzen Spielzeit, meist rund ein bis zwei Stunden, funktioniert der Titel eher als kompaktes, in sich geschlossenes Erlebnis denn als langes Spiel, doch gerade diese Kürze verstärkt den Eindruck eines raffiniert konstruierten Rätsels, das sich nirgends unnötig wiederholt und stets einen neuen Blickwinkel auf denselben Raum bietet.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung erhielt der Titel Anerkennung für die Originalität seines Konzepts, das in keinem anderen VR-Spiel auf genau diese Weise verwendet wurde, und er wird bis heute als Beispiel dafür angeführt, wie virtuelle Realität mit Raum, Maßstab und Perspektive spielen kann, auf eine Weise, die einem flachen Bildschirm praktisch verwehrt bleibt. Auf dem mobilen Quest-Headset läuft das Spiel zudem flüssig und ohne Kabel, sodass die kurze Spielzeit und die anspruchslose Steuerung es zu einem idealen Titel auch für Spieler machen, die mit VR gerade erst anfangen.
Warum spielen: Für Spieler, die neugierig auf einen originellen Umgang mit Raum, Maßstab und Perspektive sind, wie ihn kein anderes VR-Spiel bietet, und dank kurzer Spielzeit sowie anspruchsloser Steuerung auch für absolute Einsteiger geeignet.
Spiel 41 von 56 für Meta Quest