Track & Field
Zertrümmerte Tasten, schmerzende Finger und ein Nachbar, der behauptet, dass man es diesmal schaffen wird. Track & Field ist die Definition eines Spiels, bei dem nicht nur die Pixel-Athleten auf dem Bildschirm schwitzen, sondern auch man selbst am Controller. Konami brachte seinen Automatenhit aus den achtziger Jahren auf den NES und mit ihm ein ganzes Genre der Leichtathletik-Tastenhämmerer, das damals die Spielhallen der ganzen Welt beherrschte.
Das Prinzip ist genial schlicht und zugleich brutal süchtig machend. Disziplinen wie Sprint, Weitsprung, Wurf oder Stabhochsprung beruhen auf dem rasenden Drücken der Tasten, mit dem man seinen Athleten anlaufen lässt, und auf dem präzisen Timing, mit dem man den Absprung oder Wurf auslöst. Je schneller und ausdauernder man hämmert, desto besser. Der Wettbewerbsgeist und die körperliche Ausdauer der Finger werden hier zur zentralen Spielmechanik. Es ist einfach zu begreifen, aber die Meisterschaft erfordert Stunden des Trainings.
Der Zauber von Track & Field liegt in der Jagd nach Rekorden und im Übertreffen der Qualifikationslimits. Jede Disziplin hat ihre Grenze, die man überwinden muss, um weiterzukommen, und jede Hundertstelsekunde zählt. Das Spiel nährt so hervorragend jenen schlichten menschlichen Wunsch, ein Stückchen besser zu sein als beim letzten Mal, und vor allem besser als der Freund, der daneben sitzt.
Gerade im Duell mehrerer Spieler verwandelt sich das Spiel in ein echtes Turnier. Das Abwechseln am Controller, das Anfeuern, der Jubel über einen neuen Rekord und das wütende Wegwerfen des Gamepads nach einer knappen Niederlage. Track & Field fing den Geist des olympischen Wettkampfs ein und übertrug ihn ins Wohnzimmer auf eine Weise, die bis heute funktioniert. Keine komplizierten Regeln, nur pure Geschwindigkeit und Reflexe.
Mit diesem Titel definierte Konami für lange Zeit die Gestalt der Sport-Arcades und inspirierte unzählige weitere Spiele desselben Zuschnitts. Track & Field wird heute als einer der Grundsteine des Genres wahrgenommen, zu dem jeder zurückkehrt, der ausprobieren will, wie schnell er noch hämmern kann. Es ist ein Retro-Klassiker in seiner reinsten Form.
Warum spielen: Für das adrenalingeladene Tastenhämmern und den Wettstreit um Rekorde, der jede Party an der Retro-Konsole in Fahrt bringt.
Spiel 71 von 120 für Nintendo NES
Derselbe Titel woanders (1)
Das Arcade-Original von 1983 lief auf spezieller Konami-Hardware und punktete mit flüssigerer Laufanimation und satterem Sound, dazu kamen Tasten, die eigens für schnelles, wechselseitiges Hämmern gebaut waren. Die Umsetzung für das Nintendo NES musste bei der Farbpalette und den Hintergrundgrafiken Abstriche machen, bewahrte aber die zentrale Mechanik – wildes Tastenhämmern beim Sprint, Weitsprung oder Speerwurf. Die Steuerung am normalen NES-Pad fühlt sich weniger komfortabel an als an den robusten Arcade-Tasten, doch das Spiel bleibt ebenso süchtig machend für Finger und Geduld. Als authentischstes Erlebnis gilt das Arcade-Original, die NES-Version ist aber eine solide Heimalternative für alle ohne Zugang zum Automaten.