RoboCop 3
Während Amiga, Atari ST und MS-DOS von Digital Image Design eine ambitionierte Mischung aus fünf Spielstilen erhielten, die auf einer eigenen 3D-Engine aufbaute, vertraute Ocean Software die NES-Version von RoboCop 3 einem völlig anderen Studio an – dem britischen Probe Software, das das Spiel ein Jahr später von Grund auf anders gestaltete, angepasst an die Beschränkungen der 8-Bit-Konsole und ihrer schwächeren Hardware.
Probe teilte das Spiel in zwei klar unterschiedliche Teile. Der einleitende Abschnitt ist als Schießstand aus der Third-Person-Perspektive im Stil von Operation Wolf gestaltet, bei dem der Spieler mit einem Fadenkreuz auf Gegner zielt, die in den Vordergrund des Bildschirms laufen – eine ähnliche Mechanik tauchte kurz auch in Data Easts Arcade-Version von RoboCop 2 auf, bildet hier aber nur den einleitenden Teil des gesamten Spiels. Danach wechselt das Spiel zu einem klassischen Seitwärts-Plattformer, in dem RoboCop sich durch die Levels von Detroit bewegt, in mehrere Richtungen schießt und kurze Nahkampf-Passagen bewältigt – also näher an dem, wie schon der erste Serienteil auf Computern von 1988 funktionierte, als an der ambitionierten Version von Digital Image Design für leistungsfähigere Maschinen.
Diese Aufteilung in zwei unterschiedliche Gameplay-Teile innerhalb eines einzigen Moduls macht die NES-Version zu einem eigenständigen Stück Arbeit, unabhängig davon, was zur gleichen Zeit für leistungsfähigere Heimcomputer entstand. Statt Fahrzeugsteuerung oder Jetpack-Flug zu simulieren, wie es die Version von Digital Image Design bot, musste Probe eine sparsamere, der NES-Hardware entsprechende Lösung finden und entschied sich für eine Kombination aus zwei Genres statt fünf verschiedenen Spielstilen. Ocean Software vertraute damals Versionen für den amerikanischen Markt und 8-Bit-Konsolen routinemäßig anderen Partnerstudios an als jenen, die an Versionen für europäische Heimcomputer arbeiteten, und RoboCop 3 ist dafür ein typisches Beispiel.
Warum spielen: Die NES-Version von RoboCop 3 ist als völlig andere Umsetzung derselben Lizenz interessant im Vergleich zur Computerversion – eine kompaktere Mischung aus Schießstand und Plattformer, entworfen von einem anderen Studio für schwächere Hardware, keine vereinfachte Neufassung der Amiga-Version.
Spiel 113 von 120 für Nintendo NES