RoboCop 3
Während der Film und die meisten Spielversionen von RoboCop 3 bereits 1991 und 1992 erschienen waren, kam die Mega-Drive-Version deutlich später – Ende 1993, mit einem zeitlichen Abstand, der sie zum Erscheinungszeitpunkt eher zu einem nachträglichen Port als zu einem Teil der ursprünglichen Lizenzwelle machte. Entwickelt wurde sie vom Studio Eden Entertainment Software, und diesmal brachte sie der Publisher Flying Edge auf den Markt, nicht direkt Ocean Software, das für die vorherigen Computer- und NES-Versionen verantwortlich gewesen war.
Dieser zeitliche Abstand und der Wechsel des Publishers spiegelten sich auch im fertigen Spiel wider. Statt der fünf unterschiedlichen Spielstile aus Digital Image Designs Amiga-Version oder der zweigeteilten Kombination aus Schießstand und Plattformer von Probe Software auf dem NES bietet die Mega-Drive-Version einen einheitlicheren seitlichen Plattformer, der die Leistung der Sechzehn-Bit-Konsole ausnutzt – flüssigeres Scrolling, mehr Farben gleichzeitig auf dem Bildschirm und ein angepasstes Level-Tempo, das widerspiegelt, wie sich Action-Plattformer auf dem Mega Drive bis 1993 gegenüber 1991 und 1992 bereits weiterentwickelt hatten. Eden Entertainment Software entwarf das Spiel im Grunde von Grund auf neu, mit zwei Jahren Abstand zur Premiere des Films und ohne direkten Anschluss an die älteren Umsetzungen von Digital Image Design oder Probe Software.
Für die Serie ist es die letzte große Version von RoboCop 3 und zugleich ein Beispiel dafür, wie unterschiedlich dieselbe Lizenz ausfallen konnte, wenn sie zwei Jahre später von einem völlig neuen Team mit anderem Auftrag für einen anderen Publisher übernommen wurde, außerhalb des ursprünglichen Netzwerks der Ocean-Software-Studios. Im Erscheinungsjahr gab es zudem bereits konkurrierende Sechzehn-Bit-Action-Plattformer auf dem Markt, sodass sich Eden Entertainment Software an einer weit reiferen Konkurrenz messen musste, als es die ersten Versionen von 1991 noch mussten.
Warum spielen: Die Mega-Drive-Version von RoboCop 3 ist für Spieler gedacht, die wissen wollen, wie diese Lizenz nach zwei Jahren in den Händen eines neuen Studios und Publishers aussah – ein spätes, technisch ausgereifteres Nachspiel zur ursprünglichen Welle von Spielen aus den Jahren 1991 und 1992.
Spiel 136 von 151 für SEGA Mega Drive