Vermin – boxart
G&WNintendo Game & Watch

Vermin

Arcade 1980 Nintendo R&D1 ⏱ Kurz · bis ~3 Std.

Ein taschengroßes Wunderwerk in der Größe eines Knopfzellen-Taschenrechners, das ganze Pausen verschlang.

Stell dir eine Zeit vor, in der ein tragbares Spielwunder so groß war wie ein Taschenrechner, von einer Knopfzelle gespeist wurde und trotzdem ganze Schulpausen verschlingen konnte. Genau in diese Welt gehört Vermin, einer der Titel aus Nintendos legendärer Game-&-Watch-Reihe. Kein Farbdisplay, keine Polygone, nur ein Segment-LCD-Panel, auf dem vorgezeichnete Bilder erscheinen und verschwinden. Und trotzdem funktionierte es.

Vermin baut auf einer einfachen, aber unerbittlichen Prämisse auf. Der Spieler steuert eine Figur mit einem Hammer (in zeitgenössischen Materialien ein Gärtner, der sein Beet verteidigt) und versucht, die kleinen Schädlinge zu treffen, die aus Löchern im Boden kriechen. Maulwürfe oder Würmer erscheinen abwechselnd auf zwei Seiten des Bildschirms, und du musst rechtzeitig mit Blick und Hammer wechseln, um sie zurückzutreiben, bevor sie Schaden anrichten können. Das Prinzip ist rein reflexhaft: Je länger du spielst, desto schneller erscheinen die Feinde, und Fehler summieren sich zu drei "Miss".

Game & Watch war eine Serie elektronischer Handheld-Spiele, die Nintendo Anfang der Achtzigerjahre herauszubringen begann. Dahinter stand die Arbeit des Erfinders Gunpei Yokoi, der später auch den Game Boy und das kreuzförmige D-Pad mitentwickelte. Game & Watch waren für Nintendo ein kommerzielles Sprungbrett, lange bevor der berühmte Famicom kam, und ihre einfache, aber clever gestaltete Mechanik definierte eine ganze Kategorie von LCD-Spielen, die dann von Dutzenden Herstellern nachgeahmt wurde.

Vermin gehört zur allerersten Welle der Modelle der Silver-Serie, also der silbernen Einzelbildschirmgeräte mit eingebauter Digitaluhr und Wecker. Das erklärt auch den Namen "Game & Watch": Neben dem Spiel diente das Gerät als echte Uhr. Diese doppelte Funktion war ein riesiger Teil des Zaubers, denn man konnte das Spiel wie ein gewöhnliches Gadget überallhin mitnehmen.

Die kulturelle Bedeutung dieser Spiele ist heute klar erkennbar. Game & Watch legten die Grundlagen des tragbaren Spielens, an die der Game Boy anknüpfte, und ihre Segment-LCD-Ästhetik wurde ikonisch. Mechaniken wie das Wechseln zwischen zwei Positionen und ein sich steigerndes Tempo tauchen in Emulationen, Sammlerkollektionen und in modernen Hommagen auf. Konkrete Details wie exakte Verkaufszahlen oder Ranglisten einzelner Titel der Reihe sind oft nicht zuverlässig belegt, daher ist es besser, sich an das Nachprüfbare zu halten: Es war ein wegweisendes, massenhaft beliebtes Format.

Vermin ist heute eher ein Museumsstück, aber immer noch überraschend süchtig machend. Es ist eine Demonstration dafür, wie sich aus absolut minimalistischen Mitteln Spannung und eine Reflexherausforderung herausholen lassen.

Warum spielen: Für einen nostalgischen Vorgeschmack auf die Anfänge des tragbaren Spielens und für reinen, sofort verständlichen Reflexspaß in der sparsamsten möglichen Form.

Spiel 15 von 17 für Nintendo Game & Watch