Oil Panic
Zwei Bildschirme, eine Katastrophe und Sie mittendrin — Oil Panic zeigte, dass man selbst mit einem streng begrenzten LCD-Display etwas überraschend Raffiniertes ersinnen konnte. Dieser Game-&-Watch-Titel aus der ersten Hälfte der achtziger Jahre nutzte das aufklappbare Zweischirmformat und schöpfte daraus eine Spielbarkeit, die Einschirmgeräte nicht bieten konnten.
Das Prinzip von Oil Panic beruht auf dem Auffangen von Öltropfen. Auf dem oberen Bildschirm fangen Sie entweichendes Öl in einem Behälter auf und achten darauf, dass er nicht überläuft; wenn er voll ist, müssen Sie ihn im richtigen Moment nach unten auf den unteren Bildschirm ausgießen, wo ein Helfer mit Behältern wartet. Das Spiel verknüpft somit clever das Geschehen auf beiden Displays — Sie müssen den oberen und den unteren Teil gleichzeitig beobachten und zwei Tätigkeiten auf einmal koordinieren. Genau das machte es zu einem ungewöhnlich anspruchsvollen und cleveren Titel.
Zweischirmige Game-&-Watch-Geräte dieser Art waren ein Beispiel dafür, wie Nintendo die Grenzen der eigenen Plattform verschob. Statt eines einzigen Displays boten sie eine aufklappbare Konstruktion mit zwei Bildschirmen und erweiterten damit die Gestaltungsmöglichkeiten. Dieses Format erwies sich als eine so starke Idee, dass es Nintendos späteres Zweischirmdenken vorwegnahm. Zur selben Familie gehört auch das kooperative Mario Bros., das erste Spiel, in dem Mario und Luigi am Fließband beim Verpacken von Flaschen zusammenarbeiten.
Die kulturelle Bedeutung dieser Titel liegt darin, dass sie die Vorstellung davon erweiterten, was ein Taschenspiel leisten kann. Der Spieler beobachtete nicht mehr nur ein Feld des Bildschirms, sondern musste seine Aufmerksamkeit aufteilen — ein Konzept, das sich als außerordentlich lebensfähig erwies und viele Jahre später zu Nintendo zurückkehrte.
Cleveres Design innerhalb der strengen Grenzen des LCD ist genau das, worin Oil Panic sich auszeichnet. Es zeigt, dass die Kreativität der Designer technische Beschränkungen überwinden und die schlichte Mechanik des Tropfenfangens in ein spannendes Zusammenspiel beider Hände und beider Augen verwandeln konnte.
Warum spielen: Für clevere Zweischirm-Spielbarkeit, die aus den strengen Grenzen des LCD-Displays ein überraschend frisches und anspruchsvolles Erlebnis herausholte.
Spiel 4 von 17 für Nintendo Game & Watch