Pitfall II: Lost Caverns
Pitfall II: Lost Caverns knüpft an das ursprüngliche Pitfall! an und verlagert Harrys Abenteuer in verzweigte unterirdische Höhlen voller Fledermäuse, Schlangen und unterirdischer Gewässer, wo der Spieler neben dem Überspringen von Hindernissen auch entscheiden muss, welchen Weg er einschlägt, da die Karte keine bloß lineare Strecke, sondern ein Netz miteinander verbundener Wege ist. Neu gegenüber dem ersten Teil ist auch die Möglichkeit, mit einem Ballon über einen Teil des Levels zu fliegen oder unter Wasser zu tauchen, was die Bewegungsmöglichkeiten erweitert und den Levels eine vertikale Dimension verleiht, die in frühen Plattformspielen ungewöhnlich war.
Auf dem Atari 8-bit nutzt das Spiel flüssiges Scrolling, was zum Zeitpunkt der Veröffentlichung eine technisch fortschrittliche Lösung darstellte - statt den Bildschirm aus statischen Bildern zusammenzusetzen, verschiebt sich die Umgebung geschmeidig mit der Bewegung der Figur, was den Eindruck einer echten, zusammenhängenden unterirdischen Welt vermittelt. Die musikalische Untermalung, die über weite Strecken des Spiels ununterbrochen läuft, war für die damalige Hardware ein recht ambitioniertes Unterfangen und trug eher zu einer Atmosphäre abenteuerlicher Erkundung als zum angespannten Tempo klassischer Arcade-Spiele bei.
Pitfall II wird oft als einer der Titel genannt, die die Grenzen dessen verschoben, was man von einem Plattformspiel auf Achtbit-Heimcomputern erwartete - es etablierte ein Design, das Erkundung, Wegplanung und flüssige Bewegung ohne abgehacktes Umschalten der Bildschirme verband. Auch mit Jahrzehnten Abstand ist das Spiel dank einer Struktur, die Aufmerksamkeit für die Karte und geduldiges Erforschen der einzelnen Zweige des Höhlensystems belohnt, spielbar und fesselnd, weshalb es bis heute als einer der Vorzeigetitel der Achtbit-Atari-Bibliothek empfohlen wird. Die Kombination aus der Suche nach verborgenen Wegen, dem Sammeln von Gegenständen und flüssiger Bewegung nahm die spätere Entwicklung des Genres hin zu größeren, vernetzten Spielwelten direkt vorweg, und auch deshalb erinnert man sich bis heute an Pitfall II als einen der ambitionierteren Titel seiner Zeit. Die Bereitschaft, dem Spieler eine Wegwahl anzubieten und ihn nicht in eine einzige vorgegebene Richtung zu drängen, verlieh dem Spiel ein Gefühl echter Entdeckung, das in vielen zeitgenössischen Plattformspielen fehlte.
Warum spielen: Für Spieler, die eine ausgefeilte Karte und geduldiges Erkunden eines Höhlensystems zu schätzen wissen – Pitfall II wird bis heute als einer der Vorzeigetitel der Achtbit-Atari-Bibliothek empfohlen.
Spiel 47 von 124 für Atari 800 / 8-bit
Derselbe Titel woanders (3)
Die Atari-2600-Fassung verdankt ihren Ruf einem speziellen DPC-Chip direkt im Modul, der der Konsole mehrkanalige Musik ermöglichte, wie sie die Standardhardware damals nicht leisten konnte, und führte zudem das ungewöhnliche Konzept eines Spiels ohne echten Tod ein — Harry wird nach einem Sturz einfach zurückgesetzt. Die SG-1000-Portierung von SEGA aus dem Jahr 1985 hatte keine solche Spezialhardware im Modul zur Verfügung und musste sich mit dem gewöhnlichen Soundchip der Konsole begnügen, wodurch die Musik spürbar an Fülle verlor. Für den technischen Durchbruch und den unverwechselbaren Klang wird daher meist die Atari-2600-Version genannt.