Joust
Zwei riesige fliegende Vogelreittiere, lanzentragende Reiter und ein endloser Himmel, in dem nur eines entscheidet: wer höher ist. Joust ist eine jener Ideen, die so schlicht und dabei so originell sind, dass sie bis heute funktionieren - und auf dem Atari 7800 bekamen die Spieler eine Version, die dem Arcade-Vorbild alle Ehre machte.
Der ursprüngliche Joust-Automat wurde 1982 von Williams Electronics entwickelt, hinter dem Design stand John Newcomer. Das Spiel setzte den Spieler auf den Rücken eines Straußes (der zweite Spieler bekam einen Storch) und schickte ihn in Duelle mit Feinden, die auf Geiern ritten. Das Prinzip des Zusammenstoßes ist genial einfach: Wer im Moment des Kontakts die höher gelegene Lanze hat, gewinnt, und der Gegner verwandelt sich in ein Ei, das man einsammeln muss, bevor ein neuer Widersacher daraus schlüpft.
Die Steuerung besteht im Flügelschlagen - wiederholtes Drücken der Taste hält dich in der Luft, und der Kampf gegen die Schwerkraft ist schon für sich eine Herausforderung. Hinzu kommt eine geniale kooperativ-kompetitive Dimension für zwei Spieler: Man kann zusammenarbeiten, doch niemand hindert einen daran, den Kumpel herunterzustoßen, und so entstand eine unerschöpfliche Menge verräterisch freundschaftlicher Scharmützel.
Die Version für den Atari 7800 erschien unter den Launch- und früh verfügbaren Titeln der Konsole und profitierte von ihrer leistungsfähigeren Hardware gegenüber dem älteren 2600. Flüssige Bewegung und Treue zum Arcade-Original machten sie zu einem der Vorzeigespiele, an denen der 7800 demonstrierte, warum er ein würdiger Nachfolger sein sollte.
Joust schrieb sich als einer der ersten Automaten mit kooperativem Zwei-Spieler-Modus in die Geschichte ein, und seine Vogelduelle wurden ikonisch. Das Spiel erhielt viele Ports und eine spätere Fortsetzung und gehört bis heute zu den am häufigsten zitierten Klassikern der goldenen Ära der Spielautomaten.
Warum spielen: Eine der originellsten Arcade-Ideen überhaupt, deren Duelle auf dem Rücken fliegender Vögel zu zweit heute genauso viel Spaß machen wie vor vierzig Jahren.
Spiel 4 von 37 für Atari 7800
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Der Arcade-Automat bot eine flüssige Animation der fliegenden Strauße und Geier sowie eine kräftige Farbpalette, die Heimkonsolen jener Zeit mit unterschiedlichem Erfolg nachzuahmen versuchten. Die schwächere Atari-2600-Hardware erzwang kantigere Grafik, eine begrenztere Farbpalette und einfacheren Sound, was das Spiel verlangsamte und im Vergleich zum Automaten etwas Atmosphäre kostete. Das Atari 5200 lief auf einem leistungsfähigeren Chipsatz als das 2600, sodass seine Version einen flüssigeren Flug und farbenfrohere Umgebungen bot, die näher am Arcade-Original lagen. Wer Joust in Bestform erleben will, greift zur Arcade-Version, wer ein solides Heimerlebnis aus den frühen 1980ern sucht, bevorzugt das Atari 5200 gegenüber dem älteren 2600.