Pitstop
Pitstop von Activision aus dem Jahr 1983 verband klassisches Radan-Rad-Rennen mit dem originellen Element der Boxenstopps, bei denen der Spieler abgenutzte Reifen wechseln und Kraftstoff nachfüllen lassen muss, sonst riskiert er einen Reifenschaden oder das Ausgehen des Sprits mitten auf der Strecke und einen spürbaren Zeitverlust. Zu steuern ist dabei nicht nur das Fahrzeug selbst auf dem von oben gezeigten Rundkurs, sondern auch ein kurzes Boxenstopp-Minispiel, bei dem schnelle und präzise Paddle-Betätigungen darüber entscheiden, wie viele wertvolle Sekunden der Spieler in der Box verliert, bevor es zurück auf die Strecke geht. Der Schaden am Fahrzeug summiert sich zudem im Laufe des Rennens, sodass eine dauerhafte Vernachlässigung des Reifenzustands sich früher oder später unweigerlich rächt und den Spieler zum allmählichen Verlangsamen zwingt.
Diese doppelte Perspektive – klassisches Fahren auf der Strecke im Wechsel mit einem spannenden Boxenstopp – war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung eine erfrischende Idee, die das Rennspielgenre näher an eine Simulation des echten Motorsports heranführte, ohne die Zugänglichkeit für Heimspieler zu opfern. Die Grafik mit farbigen Fahrzeugen und einer flüssig vorbeiziehenden Strecke gehörte zum Besten, was die Atari 2600 zu dieser Zeit bot, und das Spiel unterstützte auch den Wettkampf zweier Spieler gegeneinander auf geteilten Rundkursen. Die musikalische Untermalung war minimalistisch, umso mehr stachen dafür die Sound-Effekte von Motor und Kollisionen bei einem Reifenschaden hervor, die den Spieler sofort auf die Notwendigkeit eines Boxenstopps aufmerksam machten.
Pitstop wurde zu einem der angesehenen Rennspieltitel von Activision für diese Konsole, und ein Jahr später erschien mit Pitstop II eine Fortsetzung, die das Konzept um einen geteilten Bildschirm und den gleichzeitigen Wettkampf zweier Spieler auf derselben Strecke erweiterte. Heute wirkt das Spiel wie ein bemerkenswert durchdachter Kompromiss zwischen Arcade-Tempo und der Notwendigkeit, den Zustand von Fahrzeug und Reifen taktisch zu managen, was es von vielen einfacheren Rennspielen derselben Ära unterscheidet und es auch für heutige Spieler mit einem Sinn für Retro-Klassiker und taktisches Rennfahren weiterhin spielenswert macht.
Warum spielen: Dank der geschickten Kombination aus Arcade-Tempo und taktischem Management von Fahrzeug und Reifen bleibt Pitstop auch für heutige Spieler mit einem Faible für Rennspiele ein spielbares Stück Retro-Klassiker.
Spiel 58 von 69 für Atari 2600