Phoenix
Phoenix gehört zu den Titeln, die 1983 ihren Weg von den Spielhallen auf das Atari 2600 fanden, drei Jahre nachdem das Original die Spieler in den Automaten mit seiner unkonventionellen Interpretation des Weltraum-Shooters und seinem ungewöhnlich ausgefeilten Endkampf gegen ein Mutterschiff beeindruckt hatte. Atari beschloss, diesen Weltraum-Shooter auch nach Hause zu bringen, und obwohl die Grafik wegen des begrenzten Speichers der Konsole spürbar reduziert werden musste, blieb das Grundprinzip unangetastet – der Spieler sitzt hinter einer Kanone am unteren Bildschirmrand und sieht sich Wellen von Vogelfeinden gegenüber, die versuchen, seine Verteidigung zu durchbrechen und die Kanone selbst zu erreichen.
Das Spiel spielt sich über fünf sich wiederholende Level ab, die sich allmählich steigern: zuerst kleine Vögel in einfachen Formationen, dann schnellere und aggressivere Kreaturen, die in unregelmäßigen Mustern fliegen, und schließlich ein riesiges Mutterschiff, dessen Schild der Spieler erst zerschießen muss, bevor er zum Kern vordringen kann. Diese letzte Phase macht Phoenix zu einer für seine Zeit ungewöhnlich strategischen Angelegenheit – es geht nicht nur um Reflexe, sondern auch darum, wann man feuert und wann man ausweicht, denn das Schiff erwidert das Feuer, und die Munition ging auf dem 2600 schneller aus, als es dem Spieler lieb war, was ein sorgfältiges Haushalten mit den Schüssen während der gesamten Gefechte erforderte und jeden Treffer im Voraus durchdacht sein musste.
Die Steuerung bleibt der Arcade-Vorlage treu – ein Joystick für die seitliche Bewegung und eine Taste zum Feuern, ergänzt durch ein Schild, das nur begrenzt aktiviert werden kann und die Kanone vor dem schlimmsten Beschuss schützt. Für 1983 war das eine solide Umsetzung, die sich auf der begrenzten Hardware der Konsole dank ihres zügigen Tempos, klar erkennbarer Feindmuster und einer Übersichtlichkeit bewährte, die es Spielern auch Jahre später erlaubte, das Spiel schnell wieder zu verstehen und mit Freude zu seinem gesteigerten Gefecht zurückzukehren. Die Soundeffekte, die Schüsse und Feindexplosionen begleiten, blieben für Atari-2600-Verhältnisse unerwartet markant und verliehen den Gefechten die nötige Wucht.
Warum spielen: Bietet ein gesteigertes Gefecht mit Vogelwellen und einem Bossgegner, der in der letzten Phase die Spielregeln ändert.
Spiel 65 von 69 für Atari 2600