Battlezone
Battlezone von Atari ist einer der bedeutendsten Meilensteine früher 3D-Grafik in Spielhallen. Das Spiel versetzt den Spieler ans Periskop eines Kampfpanzers inmitten einer weiten Wüstenlandschaft, dargestellt in Vektorgrafik – dünne grüne Linien auf schwarzem Hintergrund, ohne gefüllte Flächen, aber mit dem Eindruck eines echten dreidimensionalen Raums, der 1980 seinesgleichen suchte.
Der Spieler steuert den Panzer über zwei Hebel, je einen für jede Kettenlaufwerkseinheit, was ein flüssiges Drehen und eine Bewegung ähnlich einem echten gepanzerten Fahrzeug ermöglichte. Ziel ist es, feindliche Panzer, Raketen und andere Objekte zu zerstören, wobei das Spiel auf der Schätzung von Entfernung und Geschwindigkeit des Ziels beruht – kein automatisches Visier erleichtert irgendetwas. Der Automat bot zudem einen Periskop-Sucher, durch den der Spieler buchstäblich in die Spielwelt blickte, was Battlezone zu einem der ersten Titel mit dem Anspruch machte, ein echtes Kampferlebnis zu simulieren statt nur eine abstrakte Punktzahl. Dieser Sucher blendete zugleich störende Umgebungsreize aus und zog den Spieler vollständig in ein einfach dargestelltes, aber räumlich überzeugendes Schlachtfeld hinein.
Der Einfluss von Battlezone auf die spätere Entwicklung von 3D-Spielen und Militärsimulatoren ist gut dokumentiert – die US-Armee ließ sogar eine angepasste Version zu Ausbildungszwecken herstellen. Diese Zusammenarbeit zwischen der Arcade-Branche und militärischer Ausbildung war damals ein seltenes Beispiel dafür, wie Spieltechnologie auch außerhalb der Unterhaltung Verwendung finden konnte. In der Geschichte der Videospiele ist es einer der klaren Belege dafür, dass Vektorgrafik selbst mit den begrenzten technischen Mitteln der Zeit ein überzeugendes räumliches Erlebnis schaffen konnte.
Warum spielen: ein bahnbrechendes Vektor-3D-Erlebnis, das die Richtung vorgab, in die sich Panzersimulationen entwickeln sollten.
Spiel 89 von 258 für Arcade