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Fallout
Fallout entstand 1997 bei Interplay unter der Leitung von Black Isle Studios als isometrisches rundenbasiertes Rollenspiel, das sich an der älteren Wasteland orientierte. Schon der erste Teil prägte ein unverwechselbares Gesicht: eine retrofuturistische Ästhetik der fünfziger Jahre, die auf ein nukleares Armageddon trifft, sodass eine Vision des Atomzeitalters voller Roboter, Neonlicht und Vorstadtidylle neben den Trümmern der Zivilisation und den mutierten Gefahren des Ödlands existiert. Kern des Spiels war das SPECIAL-System, sieben Attribute, die nicht nur Kämpfe bestimmten, sondern auch, wie die Umgebung die Figur in Dialogen und Aufgaben mit mehreren Lösungswegen wahrnahm. Von Anfang an definierte sich die Reihe durch schwarzen Humor, verwoben mit einer rauen Überlebensatmosphäre und moralischen Dilemmata ohne eindeutig richtige Antwort.
Fallout 2 (1998) erweiterte Mechanik und Welt um weitere Fraktionen, Orte und NPCs, blieb dabei aber dem isometrischen rundenbasierten Ansatz treu. Es folgten Ableger, die mit der Hauptlinie freier umgingen: Das taktische Fallout Tactics: Brotherhood of Steel (2001) verschob die Reihe in Richtung Echtzeit und Teammissionen, während der Konsolen-Actiontitel Fallout: Brotherhood of Steel (2004) die Rollenspielwurzeln fast vollständig aufgab und bei Fans wie Kritik nur verhalten aufgenommen wurde. Interplay geriet unterdessen in finanzielle Schwierigkeiten, Black Isle Studios wurde geschlossen, und die Entwicklung stockte für Jahre, bis die Markenrechte an Bethesda Softworks übergingen.
Bethesda formte die Reihe 2008 grundlegend um: Fallout 3 verlegte die Handlung in ein zerstörtes Washington, das Capital Wasteland, und ersetzte die isometrische Ansicht durch ein Action-Rollenspiel aus der Ich- oder Third-Person-Perspektive mit dem VATS-System, das die Zeit für gezieltes Schießen verlangsamte. Der Wandel spaltete einen Teil der langjährigen Fangemeinde, wurde aber kommerziell wie kritisch ein enormer Erfolg und brachte der Serie eine ganz neue Spielergeneration, wodurch die Marke faktisch vor dem Vergessen gerettet wurde. Der Teil bewahrte den typischen Humor und die moralische Vieldeutigkeit der Vorgänger und ergänzte sie um die erkundungsfreudige Freiheit einer offenen Welt, die zum Vorbild für die folgenden Teile wurde.
Fallout: New Vegas (2010) entstand bei Obsidian Entertainment, wo viele ehemalige Black-Isle-Entwickler arbeiteten, und gilt bei vielen Spielern und Kritikern bis heute als erzählerischer Höhepunkt der gesamten Reihe – dank eines ausgefeilten Fraktions-Reputationssystems, mehrerer Enden und eines Schreibstils, der die Entscheidungen der Spieler nicht vorschnell verurteilte. Trotz technischer Schwächen beim Start erwarb sich das Spiel den Ruf des ausgereiftesten Rollenspiels der Reihe. Fallout 4 (2015) verschob sich dagegen Richtung Action und Aufbau: Es führte Siedlungsbau und -verwaltung, einen vollständig vertonten Protagonisten und eine vertiefte Schusswaffenmechanik ein, was ein Teil des Publikums als Modernisierung begrüßte, während andere darin eine Verwässerung der klassischen Rollenspielelemente sahen.
Fallout 76 (2018) verlagerte die Reihe erstmals in einen Online-Mehrspielermodus rund ums Überleben in einer geteilten Welt und sah sich beim Start heftiger Kritik wegen technischer Probleme und fehlender menschlicher Figuren ausgesetzt; erst schrittweise Updates, darunter die Erweiterung Wastelanders, die vertonte NPCs und Story-Quests zurückbrachte, besserten den Ruf allmählich auf. Neben der Hauptreihe etablierte sich der mobile Ableger Fallout Shelter (2015), ein einfaches Aufbau- und Verwaltungsspiel für einen Vault, der ein eigenes breites Publikum jenseits klassischer Rollenspieler fand. Über die Generationen hinweg bleibt Fallout eine der einflussreichsten Reihen des postapokalyptischen Genres, auch wenn die einzelnen Teile unterschiedlich stark der ursprünglichen rundenbasierten Rollenspiel-Idee treu bleiben.
Teile der Reihe (9)
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Fallout: New Vegas · 2010
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Fallout Shelter · 2015
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Fallout 76 · 2018