Guitar Hero II
Guitar Hero II knüpfte an den Erfolg des ersten Teils an und erweiterte die Liste der Rocksongs. Gespielt wurde mit einer Plastikgitarre mit fünf farbigen Bundtasten, einem Whammy-Hebel und der Notwendigkeit, den Rhythmus mit dem Strum-Hebel exakt im richtigen Moment zu treffen. Der Karrieremodus führte die Spieler von kleinen Clubs bis auf die große Festivalbühne, ein Duell zweier Gitarristen gegeneinander kam neu hinzu, und das Spiel wurde zu einem der Zugpferde des Rhythmusspiel-Genres der Dekadenmitte, das gerade erst begann, die Wohnzimmer zu erobern und auch Spieler anzuziehen, die Videospiele sonst überhaupt nicht verfolgten.
Auf der Xbox 360 erschien das Spiel erst ein Jahr nach der Premiere auf der PlayStation 2, und zwar als erweiterte Fassung mit mehreren zusätzlichen Bonussongs, die der PS2-Version fehlten. Grafik und Online-Funktionen profitierten von der leistungsfähigeren Hardware der Konsole, unter anderem von der Möglichkeit, über den Xbox Live Marketplace weitere Songs als kostenpflichtigen Zusatzinhalt herunterzuladen – etwas, das auf der PS2-Version nicht verfügbar war und die Spielbarkeit des Titels noch lange nach dem Release erweiterte. Die Verpackung enthielt zudem eine kabellose Gitarre, während die PS2-Version auf ein per Kabel mit dem Controller verbundenes Modell angewiesen war, was beim Spielen im Stehen oder zu zweit einen spürbaren Komfortunterschied ausmachte. Verlag der Konsolenfassung war bereits Activision, das kurz zuvor RedOctane übernommen hatte und so nach und nach die Kontrolle über die gesamte Marke Guitar Hero erlangte, deren Popularität damals plattformübergreifend rasant wuchs.
Die Xbox-360-Version war damit zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung die technisch am besten ausgestattete Variante des Spiels, auch wenn sie erst auf den Markt kam, nachdem die PS2-Version bereits den Großteil der Popularität und der Fangemeinde des gesamten Rhythmusspiel-Genres für sich gewonnen hatte. Für viele Spieler auf der Xbox 360 war es damit die allererste Begegnung mit einer Plastikgitarre in der Hand und dem Gefühl, dass sich sogar das Wohnzimmer in eine kleine Bühne verwandeln lässt – eine Erfahrung, die PlayStation-2-Besitzer bereits ein Jahr zuvor genießen konnten.
Warum spielen: Für Spieler, die erstmals auf der Xbox 360 eine Plastikgitarre in die Hand nahmen, war dies die technisch am besten ausgestattete Version des Spiels, wenn auch mit einem Jahr Verspätung gegenüber der PS2, wo sich das Rhythmusspiel-Genre seine Hauptfangemeinde erspielte.
Spiel 161 von 259 für Xbox 360