Dactyl Nightmare
Dactyl Nightmare ist ein Titel, der sich unauslöschlich in die Geschichte der virtuellen Realität eingeschrieben hat – es war eines der ersten Spiele, mit denen die breite Öffentlichkeit tatsächlich am Virtuality-Automaten in Berührung kam, und wird bis heute als Durchbruchsmoment der Spieleindustrie zitiert. Mit Helm auf dem Kopf und Joystick in der Hand bewegte sich der Spieler über ein System aus schwebenden Plattformen und Türmen über einem leeren Abgrund, mit der Aufgabe, die anderen mit derselben Arena verbundenen Spieler zu finden und zu erschießen, bevor sie es umgekehrt taten. Über der gesamten Szene flog zudem von Zeit zu Zeit ein riesiger Flugsaurier, der einen unvorsichtigen Spieler in seinen Klauen hoch in die Luft tragen und anschließend wieder fallen lassen konnte – ein Moment, der für alle, die das Spiel ausprobiert haben, zu einer ikonischen Erinnerung wurde.
Technisch handelte es sich um eine sehr einfache, vollständig polygonale Umgebung mit grober Schattierung und niedriger Bildrate, was aber in Kombination mit dem geschlossenen Helm, dem darüber schwebenden Tragarm und der physischen Plattform, auf der sich der Spieler drehte, ein damals unerhörtes Gefühl des Eintauchens in den dreidimensionalen Raum erzeugte. Das System konnte zudem zwei oder mehr solcher Plattformen zu einer gemeinsamen Arena verbinden, sodass sich die Spieler tatsächlich in Echtzeit sahen und aufeinander schossen. Die akustische Gestaltung war minimalistisch – das Spiel wurde eher von Schusseffekten und dem Gebrüll des Flugsauriers begleitet als von ausgefeilter Musik, doch die Atmosphäre wurde durch die schiere Leere der geometrischen Welt und die Stille zwischen den Feuergefechten gut ergänzt. In Spielhallen und Freizeitzentren am Anfang der neunziger Jahre war dies eine Attraktion, für die sich lange Schlangen bildeten, weil so etwas noch niemand erlebt hatte.
Dactyl Nightmare wird heute vor allem als Beweis dafür in Erinnerung behalten, dass die Idee vernetzter Mehrspieler-VR schon drei Jahrzehnte vor den modernen Headsets funktionierte, und viele spätere Versuche standortbasierter VR-Unterhaltung greifen bewusst auf sein Konzept zurück. Das Spiel wurde zu einem der am häufigsten zitierten Beispiele in Rückblicken auf die Anfänge der virtuellen Realität. Heute gespielt wirkt es vor allem als historische Kuriosität – grafisch primitiv, aber konzeptionell überraschend nachvollziehbar und in seiner Einfachheit immer noch unterhaltsam.
Warum spielen: Für Fans der VR-Geschichte ist Dactyl Nightmare der Beleg dafür, dass vernetzte Mehrspieler-Virtual-Reality schon drei Jahrzehnte vor den heutigen Headsets funktionierte, und besticht auch heute noch durch seine grafisch primitive, aber nachvollziehbare Einfachheit.
Spiel 1 von 10 für Virtuality