Zone Hunter
Zone Hunter gehörte zu den bekanntesten Titeln der zweiten Generation des Virtuality-Systems und bot einen Ego-Shooter, angesiedelt in düsteren Industrie- und Sci-Fi-Korridoren, die von feindlichen Kreaturen und Maschinen besetzt waren. Der Spieler bewegte sich durch den Raum, zielte auf Ziele, die aus Gängen und Ecken auftauchten, und schoss auf sie, wobei es im Vergleich zur Arena von Dactyl Nightmare um einen stärker strukturierten, korridorbasierten Fortschritt mit einem klareren Gefühl der Gefahr an jeder Ecke ging. Das Spiel setzte damit stärker auf die Spannung durch eingeschränkte Sicht und plötzliche Feindbegegnungen als auf den offenen Wettstreit zwischen Spielern, der die älteren Titel der ersten Generation kennzeichnete, und verlieh den Partien so ein deutlicheres Gefühl eines einsamen Vorrückens durch feindliches Gebiet.
Optisch profitierte das Spiel von einer dunkleren Grundstimmung der Umgebung, die selbst mit groben, untexturierten Polygonen im geschlossenen Helm überraschend suggestiv wirkte – Schatten, enge Gänge und plötzliche Angriffe erzeugten eine Spannung, die die offenen Arenen anderer Virtuality-Titel nicht boten. Die Geschlossenheit des Helms und das eingeschränkte Sichtfeld kamen dem Spiel paradoxerweise zugute, da der Spieler nie sah, was sich hinter der nächsten Ecke verbarg, bevor er sich ihr tatsächlich näherte, und sich so auch auf Gehör und Intuition verlassen musste, nicht nur auf die Augen. Die akustische Seite baute auf Schritt-, Schuss- und Gegnergeräuschen auf, die zusammen mit der räumlichen Wahrnehmung zur Atmosphäre der Bedrohung beitrugen, auch wenn die Musik als solche nur eine ergänzende Rolle spielte.
Zone Hunter wird heute oft als einer der Titel genannt, die sich mit ihrem korridorbasierten Design den frühen Ego-Shootern auf dem Heimcomputer annäherten, nur in vollständig dreidimensionaler, immersiver Form. In der Geschichte der Arcade-Virtuality gilt es als einer der technisch wie atmosphärisch gelungensten Titel der zweiten Serie und lockt bis heute Sammler und Retro-VR-Enthusiasten an, die nach funktionierenden Maschinen suchen, an denen sie es erneut ausprobieren könnten.
Warum spielen: Fans korridorbasierter Ego-Shooter werden von Zone Hunter als einem der technisch wie atmosphärisch gelungensten Titel der zweiten Virtuality-Generation angezogen.
Spiel 6 von 10 für Virtuality