Mine Storm – boxart
VectrexGCE Vectrex

Mine Storm

Arkáda 1982 General Consumer Electronics ⏱ Kurz · bis ~3 Std. ⭐ Must-play
Mine Storm – Aus dem Spiel
Aus dem Spiel
Mine Storm – Titelbildschirm
Titelbildschirm

Eine fest eingebrannte Variante von Asteroids, die jeder Vectrex-Besitzer als Erstes startete.

Mine Storm war das Spiel, das jeder Vectrex-Besitzer als Erstes spielte – ob er wollte oder nicht, denn man konnte es nicht entfernen. Es war fest im Speicher der Konsole eingebrannt und startete automatisch, sobald sich kein Modul im Steckplatz befand. Es handelt sich um eine freie Variation von Asteroids: In der Bildschirmmitte schwebt ein kleines Vektorschiff, umgeben von einem Feld magnetischer Minen, die der Spieler zerschießen muss, bevor sie ihn erreichen. Die Minen verhalten sich dabei keineswegs wie passive Felsbrocken. Jeder Typ hat seinen eigenen Charakter – manche zerfallen bei einem Treffer in kleinere Stücke, andere verfolgen den Spieler aktiv, wieder andere schleudern Splitter aus oder teilen sich in Schwärme kleiner Jäger auf. Der Fortschritt zwischen den Wellen besteht darin, dass sich die Minentypen mischen und ihre Zahl wächst, sodass aus der anfangs übersichtlichen Fläche binnen Kürze eine Falle wird. Das Schiff verfügt über Drehung, Schub und einen Hyperraumsprung, der den Spieler zufällig an eine andere Stelle versetzt – manchmal direkt in eine Mine hinein.

Technisch ist Mine Storm eine Musterschau dessen, warum es den Vectrex überhaupt gab. Der eingebaute schwarz-weiße Vektormonitor zeichnet die Linien direkt mit dem Elektronenstrahl, sodass der Bildschirm weder Pixel noch verschwommene Kanten kennt: Schiff und Minen sind scharfe, leuchtende Umrisse, die sich selbst bei schneller Bewegung nicht auflösen. Die Drehung des Schiffs ist völlig flüssig, was Rasterkonsolen jener Zeit nicht schafften, und Explosionen zerfallen in ein feines Liniengespinst. Der Klang ist karg, synthetisch und nervös; Piepsen und Summen sollen vor allem den Druck steigern, und das gelingt ihnen. Zum Bild gehörte außerdem eine farbige Kunststofffolie über dem Bildschirm, die dem Schwarz-Weiß-Bild einen Farbton verlieh und das Spielfeld hervorhob.

Zeitgenössische Rezensionen führten das Spiel als Beweis an, dass heimische Vektorgrafik keine bloße Kuriosität, sondern ein vollwertiges Arkade-Erlebnis war. Überliefert ist auch eine Anekdote über einen Fehler in den späteren Levels, wegen dessen der Hersteller eine korrigierte Fassung unter dem Namen Mine Storm II anbot. Heute ist Mine Storm vor allem eine hervorragende Einführung in die Vectrex-Ästhetik: eine einfache, harte und süchtig machende Arkade, bei der man unbemerkt einen ganzen Abend mit der Jagd nach einem besseren Highscore verbringt.

Spiel 1 von 13 für GCE Vectrex