Tempo – boxart
32XSEGA 32X

Tempo

Plošinovka 1995 Red Company ⏱ Mittel · ~3–10 Std.
Tempo – Aus dem Spiel
Aus dem Spiel
Tempo – Titelbildschirm
Titelbildschirm

Ein bunter Plattformer mit Musikthema; der Held ist ein heuschreckenartiger Musiker mit eigener Band.

Tempo ist ein buntes Jump-and-Run-Spiel, in dem Musik die Hauptrolle spielt und der Held eine hochgewachsene, dürre, heuschreckenartige Kreatur mit eigener Band ist. Der Spieler bewegt sich durch Levels, die um musikalische Motive herum aufgebaut sind — von Notenlinien über Konzertbühnen bis zu Umgebungen, die dem Inneren von Musikinstrumenten ähneln —, springt, greift an und sammelt Gegenstände, die die Fähigkeiten der Figur verändern. Neben klassischem Laufen und Springen arbeitet das Spiel mit beweglichen Plattformen, Sprungelementen und Abschnitten, in denen man im Rhythmus vorankommen muss. Eine Begleitfigur fliegt um den Spieler herum und hilft je nach Situation, was dem Spielgefühl eine frische Dynamik verleiht. Die Levels sind zudem stark in die Höhe gegliedert und belohnen das Erkunden, sodass es sich lohnt, auch Wege gegen die Hauptrichtung des Fortschritts auszuprobieren.

Optisch gehört es zu den auffälligsten Titeln des Zusatzmoduls. Das Spiel setzt auf große, ausdrucksstark animierte Figuren, eine satte Farbpalette und geschichtete Hintergründe, an denen gut zu erkennen ist, dass der 32X gegenüber dem Mega Drive einen spürbaren Vorsprung bei der Anzahl darstellbarer Farben hatte. Die Animation des Helden hat einen eigenen Humor — er streckt sich, hüpft, plumpst komisch hin — und dazu gehört ein Musikbegleitung, die für das Spiel zentral ist; die Stücke sind nicht bloß Kulisse, sondern bestimmen Stimmung und Tempo jedes Levels. Die Atmosphäre ist leicht, verspielt und leicht durchgeknallt, nahe an den japanischen Maskottchen-Jump-and-Runs jener Zeit.

Damals erreichte Tempo eher ein kleineres Publikum, da der 32X nur kurz lebte und das Spiel zu einer Zeit erschien, als das Interesse am Zusatzmodul bereits nachgelassen hatte. Rezensionen lobten die Idee und die Optik, Vorbehalte richteten sich gegen den Schwierigkeitsgrad und stellenweise ungenaues Springen. Ins Genre brachte es einen der ersten Versuche, ein Jump-and-Run um ein musikalisches Thema herum zu bauen, eine Richtung, die später anderswo weiterentwickelt wurde. Heute ist es eine reizvolle Kuriosität, die man sich wegen ihres Stils und eines Maskottchens ansehen sollte, wie man es sonst nirgends findet. Unter Sammlern gehört es zudem zu den Titeln, die eine sonst kurze 32X-Bibliothek interessanter erscheinen lassen, als es die Anzahl der veröffentlichten Spiele vermuten ließe.

Spiel 13 von 15 für SEGA 32X