Metal Head
Metal Head setzt den Spieler in das Cockpit eines Kampfroboters und schickt ihn los, die Straßen der Stadt von feindlichen Maschinen zu säubern. Es handelt sich um eine Ego-Perspektive-Action in einer vollständig polygonalen Umgebung, in der man zwischen Gebäudeblöcken umhergeht, Ziele gemäß den Anweisungen des Kommandos aufspürt und sich durch Missionen mit steigendem Schwierigkeitsgrad vorarbeitet. Der Roboter besitzt eine Hauptwaffe, zusätzliche Bewaffnung und begrenzte Widerstandsfähigkeit, sodass Spielen nicht nur bedeutet, den Abzug zu drücken: Man muss Deckung hinter Gebäuden nutzen, sich in Sicherheit zurückziehen und im Blick behalten, wie viel die Maschine noch aushält. Zwischen den Missionen gibt es kurze Sequenzen, die der Geschichte den Rahmen eines Militärfeldzugs geben. Das Drehen der Maschine ist absichtlich schwerfällig gestaltet, sodass der Spieler lernt vorauszusehen, woher der Gegner auftauchen wird, statt sich auf schnelles Drehen auf der Stelle zu verlassen.
Technisch ist das Spiel eines der Vorzeigebeispiele dafür, was der 32X zusätzlich konnte: Die Umgebung ist aus texturierten Flächen zusammengesetzt, was auf damaligen Heimkonsolen nicht üblich war, und die Bewegung ist flüssig genug, um zielen zu können. Die Weitläufigkeit der Straßen wird allerdings mit Einfachheit bei den Details erkauft — die Stadt wirkt eher schematisch, und Nebel in der Ferne verbirgt, wie weit man tatsächlich sehen kann. Der Sound unterstreicht die Schwerfälligkeit der Maschine mit dröhnenden Schritten und Waffentreffern, die Musik tritt in den Hintergrund und lässt den Kampflärm hervortreten. Das entstehende Gefühl ist langsamer und schwerer als bei den flotten Shootern jener Zeit — und genau darum geht es dem Spiel.
Damals wurde Metal Head als solide Demonstration der Möglichkeiten der Erweiterung bewertet, wobei Rezensenten die Technik mehr schätzten als die Vielfalt der Missionen. Zum Genre der Mech-Action trug es vor allem bei, indem es das Gefühl vermittelte, eine schwere Maschine auf einer Konsole zu einer Zeit zu steuern, in der es solche Spiele kaum gab. Heute ist es ein Spiel für Geduldige — wer sich auf sein bedächtiges Tempo einlässt, bekommt einen atmosphärischen Spaziergang durch ein Betonschlachtfeld, wer schnelle Action erwartet, wird enttäuscht. Interessant ist es auch als Beleg dafür, wohin Segas Ambitionen mit der Erweiterung zielten: nicht zu einem weiteren Port aus der Spielhalle, sondern zu einem originären Spiel, aufgebaut auf dem, was die neue Hardware ermöglichte.
Spiel 8 von 15 für SEGA 32X