Spiritfarer
Spiritfarer erschien 2020 für PlayStation 4 und bot eine ungewöhnliche Kombination aus Management-Simulation und einer emotional bewegenden Geschichte über Tod und Abschied. Der Spieler übernimmt die Rolle von Stella, einer frisch gebackenen Fährfrau der Seelen, die auf ihrem Boot die Geister verstorbener Freunde und Bekannter über das Meer zu ihrer letzten Ruhe bringt. Jede Figur hat ihre eigene Geschichte, Persönlichkeit, Bedürfnisse und Lieblingsspeisen — der Spieler baut Kabinen für sie, zieht Feldfrüchte, kocht Mahlzeiten und erledigt kleine Aufgaben für sie, bis der Moment kommt, sie loszulassen und sich für immer mit einer Umarmung am Leuchtturm am Ende des Stegs zu verabschieden. Das Boot selbst lässt sich nach und nach um Dutzende spezialisierte Räume erweitern, wodurch es zu einem lebendigen, stets wachsenden Zuhause für eine ganze, überfüllte Geisterbesatzung wird.
Spielerisch handelt es sich um eine breite Mischung aus Handwerken: Fischen, Bergbau, Landwirtschaft, Kochen und das Aufrüsten des Bootes verbinden sich mit Plattform-Passagen beim Erkunden von Inseln, wo der Spieler nach und nach neue Materialien, Rezepte und Gefährten findet. Die handgezeichnete Grafik hat ein warmes, märchenhaftes Aussehen, das mit den schweren Themen kontrastiert, mit denen sich das Spiel befasst, und gerade dieser Kontrast verleiht der Geschichte ihre Kraft — Trauer wird hier mit Freundlichkeit und ohne Angst vor Gefühlen behandelt. Die musikalische Begleitung unterstützt das meditative Tempo des Spiels und gibt dem Spieler Raum, jeden Abschied einer Figur voll zu empfinden, ohne dass das Spiel ihn je zur Eile drängt, und der Spieler entscheidet selbst, ob er den Tag mit produktiver Arbeit an Bord verbringt oder mit einem stillen Gespräch mit einem der Bewohner.
Spiritfarer wurde sehr gut aufgenommen für seinen einfühlsamen Umgang mit den Themen Sterben und Fürsorge, die in der Spieleindustrie nur selten so direkt vorkommen, und viele Spieler und Journalisten lobten, dass das Spiel gleichzeitig tröstlich und ehrlich traurig sein kann. Die lange Spielzeit, die Raum für den allmählichen Aufbau von Beziehungen zu den Figuren gibt, macht es zu einem Erlebnis, das eher als emotionale Reise denn als klassisches Herausforderungsspiel empfohlen wird, und es bleibt bis heute einer der meistgenannten Indie-Titel seiner Generation zum Thema Verlust und Versöhnung.
Warum spielen: Für Spieler, die offen für eine emotionale Reise statt für eine klassische Herausforderung sind — ein einfühlsamer und ehrlich trauriger Umgang mit den Themen Sterben und Fürsorge, der viel Raum für den allmählichen Aufbau von Beziehungen zu den Figuren lässt.
Spiel 157 von 278 für Sony PlayStation 4