Superhot
Superhot erschien 2017 für PlayStation 4 mit seiner bemerkenswerten zentralen Mechanik, die direkt im Untertitel zusammengefasst wird: Die Zeit vergeht nur, wenn sich der Spieler bewegt. Diese einfache Idee verwandelt einen klassischen Ego-Shooter in ein durchdachtes Puzzle, bei dem jeder Schritt, jede Drehung oder jeder Schuss die Welt voranbringt, während Stillstehen dem Spieler Zeit gibt, inmitten eines Kampfes gegen Dutzende Gegner und fliegende Kugeln über den nächsten Zug nachzudenken – Kugeln, die in der verlangsamten Zeit fast zu Statuen werden, die nur auf den Einschlag warten.
Visuell setzt das Spiel auf einen reduzierten Stil mit roten, glasigen Gegnerfiguren vor weißem Hintergrund, der die wichtigen Szenenelemente klar von der Umgebung trennt und dem Spiel gleichzeitig eine wiedererkennbare, minimalistische Ästhetik ohne eine einzige überflüssige Textur verleiht. Die Levels sind kurz, aber dicht gestaltet, sodass jedes von ihnen eine präzise Planung der Reihenfolge von Angriffen, Ausweichmanövern und dem Aufsammeln von Waffen gefallener Gegner erfordert, wodurch jeder Durchlauf eher an eine durchgeplante Choreografie als an ein traditionelles Feuergefecht erinnert, und wiederholte Versuche, einen Raum perfekt und flüssig ohne ein einziges Zögern zu bewältigen, gehören zu den Hauptquellen des Spielspaßes und der Motivation, weiterzuspielen. Die Geschichte, die über eine fiktive Computerschnittstelle und Gespräche außerhalb des eigentlichen Spiels erzählt wird, fügt eine Metaebene hinzu, die die Beziehung zwischen Spieler und Spiel selbst infrage stellt und nach und nach einen zunehmend beunruhigenden, selbstreferenziellen Ton annimmt.
Superhot wurde von der Kritik für seine Originalität sehr positiv aufgenommen und wurde zu einem oft zitierten Beispiel dafür, wie eine einzige, gut durchdachte mechanische Idee einen ganzen Titel tragen kann. Auf der PS4 inspirierte das Spiel später auch eine eigene VR-Version, die dasselbe Prinzip in eine vollständig körperliche Steuerung übertrug. Die kurze Spielzeit wird durch die hohe Dichte an Ideen ausgeglichen, und das Spiel bleibt ein beliebtes Beispiel dafür, wie Innovation bei der Zeitsteuerung selbst ein so etabliertes Genre wie den Ego-Shooter verwandeln kann.
Warum spielen: Wegen einer einzigen, brillant durchdachten Idee – die Zeit vergeht nur, wenn man sich bewegt – lohnt sich Superhot trotz der kurzen Spielzeit, die es durch seine Dichte an Ideen wettmacht.
Spiel 162 von 278 für Sony PlayStation 4