.hack//Infection Part 1 – boxart
PS2Sony PlayStation 2

.hack//Infection Part 1

JRPG 2002 CyberConnect2 ⏱ Mittel · ~3–10 Std.
.hack//Infection Part 1 – Aus dem Spiel
Aus dem Spiel
.hack//Infection Part 1 – Titelbildschirm
Titelbildschirm

Das fiktive MMORPG The World, das seine Geschichte auch außerhalb der Kämpfe über E-Mails und Nachrichten von „Spielern" erzählt.

.hack//Infection Part 1 ist der erste Teil einer vierteiligen Reihe, in der Bandai und das Studio CyberConnect2 auf die PlayStation 2 ein fiktives MMORPG namens The World brachten. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Kite, einem Teenager, dessen Freundin beim Spielen ins Koma fällt, und dessen Suche nach der Ursache ihn tief in die Server der virtuellen Welt führt, wo er auf eine geheimnisvolle Figur mit einem seltsamen Armband trifft und eine Verschwörung aufzudecken beginnt, die bis zu den Schöpfern des Spiels selbst reicht. Das Spiel simuliert damit ein Online-Rollenspiel, ohne tatsächlich online zu sein – Dungeons werden aus Schlüsselwörtern generiert, die der Spieler aus verschiedenen Buchstabenkombinationen sucht und kombiniert, und die Geschichte entfaltet sich auch außerhalb der Kämpfe, über E-Mails, Chatrooms und Nachrichten anderer „Spieler" – ein für 2002 ungewöhnlicher erzählerischer Kniff, der eine lebendige Online-Community simulierte, obwohl es sich um einen reinen Einzelspielertitel handelt.

Das Kampfsystem verbindet Echtzeit-Actionkämpfe mit Dungeon-Crawler-Elementen – der Spieler durchquert prozedural zusammengesetzte Areale, sammelt Gegenstände und Gold, kämpft mit einfachen Kombos und Magie gegen Monster und erweitert seine Gruppe nach und nach um weitere spielbare und KI-gesteuerte Figuren, die er direkt in den Städten des Spiels anheuert. Die Grafik setzt auf einen Cel-Shading-Look, der den Stil der begleitenden Anime-Serie .hack//Liminality nachahmt, die dem Spiel auf DVD beilag und die Geschichte um eine Außenperspektive aus der realen Welt jenseits von The World erweiterte. Das Tempo des Spiels ist langsamer und repetitiver als bei einem klassischen JRPG, was zur Erscheinungszeit kritisiert wurde, doch die melancholische Atmosphäre, der geheimnisvolle Ton und die Musik mit Chormotiven gehören bis heute zu den stärksten Seiten der Serie.

Dank der Verzahnung ihrer vier Teile (Infection, Mutation, Outbreak und Quarantine), von denen jeder einzeln und im Abstand von Monaten erschien und jeweils nur einen Teil einer ansonsten linearen Geschichte lieferte, sowie der begleitenden Anime-Serie bildete das Spiel einen der ambitioniertesten Versuche einer transmedialen Franchise auf einer Konsole seiner Zeit. Heute wirkt es eher wie eine Kuriosität und eine Zeitkapsel der frühen Faszination für MMORPG-Kultur vor dem Aufstieg echter Online-Spiele, doch für Fans der Serie und der japanischen Popkultur bleibt es ein wichtiges und atmosphärisches Stück PS2-Geschichte, das sich auch nach all den Jahren seine Eigenständigkeit bewahrt hat.

Warum spielen: Für Fans der Serie und der japanischen Popkultur interessant als atmosphärische Zeitkapsel der frühen Faszination für MMORPG-Kultur, auch wenn es heute eher wie eine Kuriosität als ein zeitloser Klassiker wirkt.

Spiel 136 von 269 für Sony PlayStation 2