Stranger of Sword City
Stranger of Sword City beginnt mit einem Flugzeugabsturz, nach dem der Held in der Welt Escario erwacht, in der Menschen landen, die aus unserer Realität hierher versetzt wurden. Überlebende Fremde erlangen hier übernatürliche Fähigkeiten und werden zu Monsterjägern, denn nur so können sie sich einen Platz in der fragilen menschlichen Siedlung sichern. Die Geschichte wird zurückhaltend erzählt, über Gespräche in der Stadt und Notizfetzen, und versucht nicht, den Spieler an die Hand zu nehmen. Entscheidend ist der Aufbau der eigenen Gruppe, denn die Hauptfigur allein richtet nichts aus und kommt ohne eine gut zusammengestellte Truppe im Untergrund nicht zurecht.
Das Spiel ist ein klassischer Dungeon-Crawler aus der Ich-Perspektive mit Bewegung auf einem Raster und einer Karte, die sich durch Erkundung nach und nach aufdeckt. Neben gewöhnlichen Kämpfen gibt es ein Fallensystem: Der Spieler wählt einen Ort, an dem er auf einen seltenen Gegner wartet, positioniert die Gruppe und versucht, ihn zu überraschen, um die für den weiteren Fortschritt nötigen Kristalle zu erhalten. Die Figuren besitzen eine begrenzte Anzahl an Leben in Form von Sphären, und wenn diese aufgebraucht sind, verschwinden sie endgültig, was den Spieler zwingt, jede riskante Entscheidung sorgfältig abzuwägen. Jede Klasse hat ihre eigene Rolle in der Formation, wobei der Unterschied zwischen vorderer und hinterer Reihe wirklich zählt, und das Wachstum der Figuren ist langsam und spürbar. Die Rückkehr in die Stadt dient dazu, Beute abzugeben, Vorräte aufzufüllen und die Gruppe vor dem nächsten Abstieg neu zusammenzustellen.
Optisch setzt das Spiel auf eine dunkle, verblasste Palette und Charakterzeichnungen, die ihm einen düsteren, erschöpften Ton verleihen, passend zu einer Welt ohne Hoffnung auf Heimkehr. Die Musik ist zurückhaltend und unterstreicht eher die Beklemmung des Untergrunds. Auf der Vita ist es ein idealer Titel für kurze Spielsitzungen, da sich die Erkundung der Verliese gut stockwerkweise portionieren lässt. Kritiker lobten den ehrlichen Schwierigkeitsgrad und die durchdachte Truppenverwaltung, Vorbehalte galten den sich wiederholenden Umgebungen und der kargen Erzählweise. Heute zählt Stranger of Sword City zum Besten, was Experience Inc. auf der Vita abgeliefert hat, und zu den Stützen der gesamten mobilen Wiederbelebung der Dungeon-Crawler-RPGs.
Spiel 97 von 122 für Sony PlayStation Vita