Princess Maker 2
Princess Maker 2 ist eine Erziehungssimulation, in der der Spieler die Rolle eines Kriegers übernimmt, dem die Götter eine zehnjährige Tochter anvertrauen, und acht Jahre Zeit hat, um praktisch alles aus ihr zu machen. Eine Königin, eine Priesterin, eine Generalin, eine Kauffrau oder ganz einfach eine gewöhnliche Frau, die ihr eigenes Glück findet. Das Spiel bietet dutzende Enden und erklärt keines davon zum einzig richtigen.
Das Jahr ist in Monate unterteilt, und in jedem entscheidet man, womit sich die Tochter beschäftigen soll: Lernen, Training, Arbeit in der Wirtsstube oder auf dem Hof, Expeditionen in die Wildnis oder Erholung. Vom verdienten Geld werden Lehrer, Kleidung und Ausrüstung bezahlt. Unter der Oberfläche laufen dutzende Werte von Stärke und Intelligenz bis zu Moral, Stress und Ansehen, die sich gegenseitig beeinflussen, sodass übertriebener Drill zu Erschöpfung und Rebellion führt, während zu viel Freiheit zu Verwöhnung führt. Dazu kommen Zufallsereignisse, Kämpfe auf Expeditionen und alljährliche Feste, bei denen man sich mit anderen misst. Entscheidend ist, dass das Spiel keine klare Anleitung gibt, wohin man steuern soll: Die Werte hängen indirekt zusammen, und viele Enden erfordern eine Kombination von Eigenschaften, die man eher aus dem Gefühl heraus als durch Berechnung findet. Dazu kommt, wie man mit der Tochter in regelmäßigen Gesprächen redet, denn die Beziehung zum Vater beeinflusst, wozu sie überhaupt bereit ist.
Auf dem PC-98 stützte sich das Spiel auf einen klaren, ansprechenden Grafikstil mit zahlreichen Illustrationen, die sich je nachdem verändern, wie die Tochter heranwächst und welchen Weg man mit ihr einschlägt, sowie auf einen ruhigen, leicht märchenhaften Soundtrack. Gerade die Verbindung des Studios Gainax mit diesem Genre zog auch Aufmerksamkeit außerhalb des üblichen Publikums auf sich, und Princess Maker 2 wurde zum bekanntesten Teil der Serie, mit Ports auf zahlreiche Plattformen und einem langen Leben als Fanliebling. Heute beeindruckt es, wie einfühlsam es aus Zahlentabellen das Gefühl erzeugen kann, wirklich jemanden großgezogen zu haben, und wie gnadenlos es einem zeigt, wenn man es übertrieben hat. Acht Spieljahre vergehen schneller, als man denkt, und das letzte Jahr wird meist zu einem verzweifelten Nachholen dessen, was man vernachlässigt hat.
Spiel 12 von 28 für NEC PC-98