Pac-Man
Ein gelber Kreis mit unersättlichem Appetit, vier Geister und ein Labyrinth voller Punkte – Pac-Man ist wohl das ikonischste Videospiel der Geschichte, und seine Präsenz auf der MSX-Plattform zeigt, wie tief sich dieser Wahn in die Heimcomputer der Achtzigerjahre eingegraben hat. Sobald jenes unverwechselbare Geräusch des Kügelchen-Fressens ertönt, ist klar, dass man vor einem der Spiele sitzt, die den Begriff Videospiel überhaupt erst definiert haben.
Die Mechanik ist bis heute ein Musterbeispiel an Eleganz. Der Spieler navigiert Pac-Man durch das Labyrinth, frisst Punkte und weicht den vier Geistern aus, von denen jeder ein eigenes Bewegungstemperament hat. Das Schlüsselelement sind die großen Energizer in den Ecken: Nach dem Verspeisen kehren sich die Rollen um, und man kann die Geister eine Weile lang selbst jagen. Diese einfache Schleife aus Spannung und Belohnung erwies sich als derart süchtig machend, dass sie das Fundament für das Design unzähliger späterer Spiele legte.
Das Original stammt von der japanischen Firma Namco und dem Designer Toru Iwatani, der das Spiel 1980 mit dem Ziel herausbrachte, in den bis dahin von Shootern beherrschten Spielhallen auch ein weibliches Publikum anzusprechen. Auf die MSX-Plattform, den Standard japanischer Heimcomputer aus der ersten Hälfte der Achtziger, kam Pac-Man als natürliche Wahl – der MSX war der Automatenwelt nahe und Labyrinthspiele standen ihm gut. Die Heimversion bot den Komfort, am eigenen Bildschirm zu spielen, ohne Münzen in einen Automaten werfen zu müssen.
Die kulturelle Wirkung von Pac-Man ist nahezu beispiellos. Er wurde zur ersten Videospielfigur, die in den Mainstream durchbrach, zierte T-Shirts, Zeichentrickserien und sogar einen Hit-Song und funktioniert bis heute als universelles Symbol des gesamten Mediums. Er legte den Grundstein für eine ganze Reihe von Fortsetzungen, und seine Silhouette gehört zu den wiedererkennbarsten Ikonen der gesamten Popkultur.
Auf dem MSX ist Pac-Man genau das, was er sein soll – ein zugänglicher, sofort erfassbarer Klassiker, den jeder bewältigt und bei dem sich selbst nach Jahrzehnten kaum Langeweile findet. Ob Sie nun ein Zeitzeuge oder ein neugieriger Neuling sind, er ist das ideale Einstiegstor in die Geschichte der Videospiele.
Warum spielen: Für die Begegnung mit dem Urgrund des gesamten Mediums – einem Spiel, dessen schlichte Vollkommenheit auch nach mehr als vier Jahrzehnten besteht.
Spiel 24 von 29 für MSX / MSX2
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Namcos Arcade-Original von 1980 prägte das Labyrinth-Genre mit kräftigen Farben, flüssiger Geisterbewegung und seinem sofort wiedererkennbaren Eröffnungsjingle. Die Atari-5200-Version schnitt weit besser ab als der berüchtigt schlechte Port für den Atari 2600 und kam Labyrinth und Farben recht nahe. Auf Commodore 64 und MSX begleitete das Spiel einfachere Chipmusik und etwas kantigere Grafik, das Labyrinth selbst blieb aber unangetastet. Namcos eigene NES-Version zählt zu den originalgetreueren Umsetzungen mit stabilem Tempo und klar unterscheidbaren Geistern. Trotzdem ersetzt keine Heimversion vollständig das Gefühl des Original-Automaten.