Shinobi
Ein Schatten huscht zwischen Feinden hindurch, ein Shuriken blitzt auf — und Shinobi ist zurück, diesmal in Taschenform auf dem Game Gear. Mit diesem Ninja-Archetyp gestaltete Sega in den Achtzigern buchstäblich das Genre der Action-Plattformer mit, und die Übertragung dieser Marke auf einen Handheld war ein logischer Schritt, um ein Stück Arcade-Ruhm stets zur Hand zu haben.
Das Spielprinzip ist rein segaesk: Man rückt von links nach rechts durch die Level vor, räumt Gegner mit Wurfwaffen auf Distanz und der Klinge im Nahkampf beiseite und nutzt Ninja-Magie (Ninjutsu), die in der Not den Bildschirm säubern oder den Helden stärken kann. Die Bosskämpfe am Ende der Abschnitte legen den Fokus auf das Erkennen des Angriffsmusters und dessen Bewältigung, ein für die Marke charakteristischer Rhythmus.
Auf dem Farbdisplay des Game Gear erhält die Action eine markante Palette und lesbare Feinde, wodurch selbst die Taschenversion ein Arcade-Tempo hält. Das war schließlich der Haupttrumpf von Segas Taschenkonsole — während die Konkurrenz schwarz-weiß lief, spielt Shinobi hier in Farbe und bietet ein visuell lebendigeres Erlebnis für unterwegs.
Shinobis kulturelle Bedeutung ist unbestreitbar: Zusammen mit einigen anderen Titeln stand es an der Geburt des „Ninja-Booms“, der die Spielewelt beherrschte, und die Marke wuchs nach und nach zu einer ganzen Reihe über Automaten und Konsolen hinweg. Die Taschenfassung ist ein Eingangstor in diese Welt für Spieler, die stets ein Stück Arcade im Rucksack haben wollten.
Es ist pure, geradlinige Action ohne unnötige Umstände — genau der Typ Spiel, zu dem man wegen des sofortigen Spaßes und des Gefühls zurückkehrt, einen unaufhaltsamen Schattenkrieger zu beherrschen.
Warum spielen: Ikonische Sega-Ninja-Action in farbiger Taschenausführung — geradlinig, flott und ihren Arcade-Wurzeln treu.
Spiel 16 von 39 für SEGA Game Gear
Derselbe Titel woanders (1)
Das 8-Bit-Shinobi für das Master System von 1988 bringt die Arcade-Ninja-Action nach Hause, vereinfacht sie in mancher Hinsicht und geht beim Leveldesign anderswo eigene Wege. Zwei Jahre später folgte die Portierung auf den tragbaren Game Gear, die Spielgefühl und Farbgebung beibehält, wegen des kleineren Bildschirms aber eine kürzere Strecke vor dem Helden zeigt – Ninja-Duelle und Shuriken kommen schneller aufeinander, was mehr Reflexe fordert. Das Master System erlaubt dank breiterem Sichtfeld dagegen ein ruhigeres, taktischeres Vorgehen. Beide Fassungen klingen ähnlich. Für ein gemächlicheres Tempo eignet sich das Master System, unterwegs greift man zum Game Gear.