Master of Darkness
Nebel, das Kopfsteinpflaster des viktorianischen London und irgendwo in der Dunkelheit lauert Dracula selbst — Master of Darkness ist ein Horror-Action-Platformer, der keine Scheu hat, mit jener Atmosphäre zu kokettieren, die die Castlevania-Reihe berühmt gemacht hat. Auf dem Game Gear bringt er gotischen Schrecken in die Hosentasche und setzt auf eine Stimmung, die man auf einem Handheld jener Zeit nur selten findet.
Der Spieler zieht durch dunkle Straßen und Friedhöfe und kämpft sich durch Horden von Ungeheuern — Skelette, Gespenster und andere Kreaturen der Nacht. Das Prinzip ist klassisches Platforming: Man schreitet durch die Level, schlägt und greift mit Nah- und Fernkampfwaffen an, sammelt Gegenstände und stellt sich am Ende jedes Abschnitts Bossen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Lesen der Gegner, dem Timing der Angriffe und dem allmählichen Vordringen in immer bedrohlichere Umgebungen.
Was Master of Darkness auszeichnet, ist gerade seine Horror-Ausrichtung. Die viktorianischen Kulissen, die gotische Architektur und die düstere Farbgebung verleihen dem Spiel einen eigenwilligen Charakter — statt bunter Fröhlichkeit herrscht hier eine finstere Stimmung, die der Farbbildschirm des Game Gear überraschend eindringlich wiedergibt. Es ist ein Titel, der ebenso auf Atmosphäre wie auf Action setzt.
Im Kontext der Plattform ist es gerade deshalb ein bemerkenswertes Stück, weil Horror-Themen auf Handheld-Konsolen nicht besonders verbreitet waren. So bietet das Spiel etwas Eigenständiges für Spieler, die ein düstereres Erlebnis und eine Ästhetik suchen, die an klassische Vampirjäger-Geschichten erinnert.
Für Kenner von 8-Bit-Platformern ist Master of Darkness eine sympathische Entdeckung — ein handwerklich solides Spiel, dessen gotischer Geist ein wenig abseits der fröhlichen Mehrheit des Game-Gear-Katalogs steht.
Warum spielen: Ein gotischer Horror-Platformer mit viktorianischer Atmosphäre und einem Duell mit Dracula — ein dunkles, eigenständiges Stück für die Sammlung jedes Fans klassischer Vampir-Action.
Spiel 19 von 39 für SEGA Game Gear
Derselbe Titel woanders (1)
Auf dem Game Gear bremst ein kleinerer Bildschirm mit geringerer Auflösung als beim Master System, sodass man ein kürzeres Stück der Strecke vor sich sieht und weniger Zeit hat, auf Gegner zu reagieren, die von außerhalb des Bildschirms hereinspringen. Das Master System läuft auf dem Fernseher und bietet einen breiteren Überblick über die Umgebung, wodurch Sprünge zwischen Plattformen und Monsterkämpfe klarer und flüssiger wirken. Beide Versionen laufen auf ähnlicher 8-Bit-Hardware mit demselben Soundchip, sodass sich Musik und Effekte kaum unterscheiden — der Hauptunterschied liegt darin, wie viel Raum um die Figur herum man tatsächlich sieht. Wer eine übersichtlichere, „heimischere" Fassung sucht, greift zum Master System, die Tragbarkeit des Game Gear bleibt aber ein eigener Reiz.