Gateway to Apshai
Eine Fackel erhellt ein feuchtes Kellergewölbe, irgendwo im Dunkeln lauert ein Schatz und gleich daneben eine Falle oder ein Monster — Gateway to Apshai von 1984 brachte etwas auf die Heimkonsolen, das damals nicht üblich war: ein echtes Action-Dungeon-RPG mit Erkundung, Schatzsammeln und einem ständigen Gefühl der Bedrohung. Auf der ColecoVision war es ein Titel mit ungewohnter Tiefe.
Das Spiel schickt einen in weitläufige unterirdische Labyrinthe voller Räume, Gänge, Ungeheuer und verborgener Kostbarkeiten. Die Gewölbe sind so generiert, dass jeder Abstieg ein wenig anders wirkt, was das Spiel zu den frühen Vorläufern der heutigen Roguelike-Action zählt. Man erkundet Ebene um Ebene, sammelt Gold, Tränke und Ausrüstung, kämpft gegen Ungeheuer und versucht, so tief wie möglich zu überleben. Kartografieren, Vorsicht und die richtige Entscheidung, wann man kämpft und wann man flieht, sind der Schlüssel zum Erfolg.
Anders als die meisten Arcade-Titel legte Gateway to Apshai Wert auf Ausdauer und schrittweise Erkundung. Es ging nicht nur um Reflexe, sondern um Geduld und Entdeckerlust — das Gefühl, dass jeder neue Raum eine Belohnung wie auch eine Gefahr bergen kann, erzeugte eine Spannung, die bei den damaligen Heimspielen nicht üblich war. Diese Tiefe machte das Spiel zu etwas Außergewöhnlichem in einer Bibliothek voller schneller Arcades.
Hinter dem Spiel steht das Studio Epyx, bekannt für seine Produktion hochwertiger Titel für Heimcomputer und Konsolen der Achtziger. Gateway to Apshai war eine leichtere, actionreichere Variation der berühmten Serien Dunjonquest und Temple of Apshai, so gestaltet, dass es auch für Spieler mit Controller statt Tastatur zugänglich war.
Heute ist Gateway to Apshai ein faszinierender Blick darauf, wie das Action-RPG-Genre seinen Weg auf die Konsolenbildschirme suchte. Für Fans von Dungeons und den Wurzeln des Roguelike-Genres ist es ein wertvolles Stück Geschichte — der Beweis, dass der Wunsch, dunkle Gewölbe zu erkunden und Schätze zu sammeln, in den Spielern seit Jahrzehnten verwurzelt ist.
Warum spielen: Für ein ungewöhnlich tiefes Action-RPG auf einer Arcade-Konsole und die Begegnung mit den frühen Wurzeln der Dungeon-Crawler und des Roguelike-Genres.
Spiel 13 von 16 für ColecoVision
Derselbe Titel woanders (1)
Das Original für Ataris 8-Bit-Computer stammt bereits aus dem Jahr 1979 und war einer der allerersten Versuche, Dungeon-Crawling und Schätzesammeln in Echtzeit umzusetzen; gesteuert wurde per Tastatur, und zur Erkundung der Verliese gehörte ein gedrucktes Handbuch mit Raumbeschreibungen. Fünf Jahre später erschien die ColecoVision-Version, die das Spiel an einen Controller mit Zifferntastatur statt Computertastatur anpasste und den Grafikchip der Konsole für eine bunte, übersichtliche Darstellung der Verliese nutzte. Das Grundprinzip aus Erkunden, Monsterkämpfen und Schätzesammeln blieb gleich; die Hauptunterschiede liegen in der Steuerung und darin, wie stark sich das Spiel auf begleitende Texte stützt. Wer die historisch erste Version des Genres erleben will, greift zu Atari, wer lieber mit dem Gamepad an der Konsole spielt, wählt ColecoVision.