Link: The Faces of Evil – boxart
CD-iPhilips CD-i

Link: The Faces of Evil

Akční plošinovka 1993 Animation Magic ⏱ Mittel · ~3–10 Std.
Link: The Faces of Evil – Aus dem Spiel
Aus dem Spiel
Link: The Faces of Evil – Titelbildschirm
Titelbildschirm

Ein seitlich scrollender Action-Plattformer nach Zelda, entstanden dank Philips' Lizenz für Nintendos Figuren.

Link: The Faces of Evil ist einer von zwei Actiontiteln, die für das CD-i dank einer Lizenz entstanden, die es Philips erlaubte, Figuren aus dem Universum von The Legend of Zelda zu verwenden. Anders als bei Nintendos eigenen Vorlagen handelt es sich um ein Spiel mit Seitenansicht: Link kämpft sich durch Höhlen, Felsgänge und Dörfer der Insel Koridai, sammelt Tränke, Lampen, Seile und weitere Ausrüstung und versucht zu verhindern, dass der Zauberer Ganon Prinzessin Zelda gefangen nimmt. Die einzelnen Abschnitte sind über eine Inselkarte verbunden, auf der sich der Spieler zwischen den Orten bewegt, und zu vielen muss er mit einem neu erworbenen Gegenstand zurückkehren. Die Kämpfe beruhen auf präzise getimten Schwerthieben, die auch nach oben und unten geführt werden können, und das Spiel ist unerwartet hart: Gegner haben große Reichweite, Plattformen sind oft schmal, und der Tod kommt schnell.

Visuell stützt sich das Spiel auf handgezeichnete Hintergründe und animierte Zwischensequenzen, deren grobe Animation und eigenwillige Synchronisation zum meistzitierten Teil des gesamten Projekts wurden. Der Ton nutzt die Möglichkeiten des CD-Mediums, die Musik ist also aufgenommen und nicht synthetisiert, was den Levels eine ungewöhnlich düstere, fast schwermütige Atmosphäre verleiht. Die Steuerung stößt allerdings an die Grenzen der Hardware: Der CD-i-Controller war eher für die Navigation in Multimedia-Katalogen gedacht als für schnelle Action, sodass eine träge Reaktion und ungenaue Sprünge selbst sonst einfache Passagen erschweren.

Die Kritiker nahmen das Spiel kühl auf, und zusammen mit dem Schwestertitel Zelda: The Wand of Gamelon machte die Zeit daraus ein Synonym für eine missratene Lizenz. Nach und nach entstand aber auch eine gegenteilige Sichtweise. Hinter der unbeholfenen Steuerung verbirgt sich ein überraschend umfangreicher und ehrlich konzipierter Action-Plattformer mit Erkundung, Gegenständen zum Sammeln und versteckten Abkürzungen, der mit einem besseren Gamepad durchaus neben der üblichen Produktion seiner Zeit hätte bestehen können. Heute lohnt es sich, das Spiel vor allem als Kuriosität und als Beleg dafür auszuprobieren, wie Hyrule ohne Nintendos Aufsicht aussieht — im Bewusstsein, dass es sich eher um eine historische als um eine bequeme Erfahrung handelt.

Spiel 2 von 13 für Philips CD-i