Bruce Lee – boxart
C64Commodore 64

Bruce Lee

Action-platformer 1984 Datasoft ⏱ Mittel · ca. 1–3 h
Bruce Lee – Aus dem Spiel
Aus dem Spiel
Bruce Lee – Titelbildschirm
Titelbildschirm

Kultige, einfache Action.

Nur wenige Achtbit-Spiele schafften es, mit so einfachen Mitteln ein so unvergessliches Erlebnis zu schaffen wie Bruce Lee aus dem Jahr 1984. Dieser Action-Plattformer, aufgebaut um die Kampfsportlegende, wurde auf dem Commodore 64 zu einem Kultklassiker, an den sich die Kenner bis heute mit Nostalgie erinnern — und der auch nach vier Jahrzehnten nicht schwer zu verstehen ist.

Das Spielprinzip ist elegant geradlinig: Als Bruce Lee kämpft man sich durch eine Reihe verbundener Räume, sammelt im Raum aufgehängte Laternen und versucht, weiter voranzukommen, während einen zwei Feinde verfolgen — der grüne Yamo mit einem Stock und ein schwarzer Ninja mit einem Messer. Die Kämpfe werden mit Tritten und Schlägen ausgetragen, die Steuerung ist flott, und das ganze Erlebnis hat eine süchtig machende Einfachheit, die einen immer wieder zum Probieren zwingt.

Das Spiel wurde vom Studio Datasoft entwickelt und erschien 1984, zu einer Zeit, als die Heimcomputer ihre spielerische Sprache erst noch suchten. Bruce Lee beeindruckte mit seiner flüssigen Steuerung und clever gestalteten Levels, die Action mit einem leichten Element der Wegfindung kombinierten. Interessant ist die Möglichkeit eines Spiels für zwei Spieler, bei dem die zweite Person einen der Gegner steuern konnte, was den Kämpfen eine unerwartete gesellschaftliche Dimension verlieh.

Der Titel erschien auf einer Reihe der damaligen Plattformen und fand auf jeder von ihnen seine Anhänger — auf dem Commodore 64 war er ebenso kultig wie auf dem Atari, wo er zu den meistgespielten Actionspielen gehörte. Sein einfaches, aber perfekt abgestimmtes Gameplay machte ihn zu einem der Archetypen des frühen Action-Plattformers, und der Name Bruce Lee sicherte ihm sofortige Wiedererkennbarkeit.

Kulturell belegt Bruce Lee, wie stark Film und Popkultur das frühe Spieleschaffen beeinflussten und wie wenig es brauchte, um zeitlose Unterhaltung zu schaffen. Das Spiel gilt bis heute als eines der Symbole der Achtbit-Ära — ein Beweis dafür, dass gutes Design nicht altert.

Warum spielen: Für zeitlos süchtig machende, einfache Action mit einem legendären Namen im Titel — ein Klassiker, der auch Jahrzehnte später noch unterhält.

Spiel 21 von 121 für Commodore 64

Derselbe Titel woanders (2)

Der Atari 800 gehörte zu den führenden Plattformen und bot flüssige Animation sowie kräftige Farben, an denen sich andere Versionen oft messen lassen mussten. Der Commodore 64 profitierte vom SID-Chip, wodurch Musik und Soundeffekte voller klangen und die farbigen Sprites der Figuren klarer und kontrastreicher wirkten. Auf dem ZX Spectrum bremste dagegen die typische Schwäche der Plattform — der sogenannte Attribute Clash, bei dem benachbarte Objekte in einem 8x8-Block nur zwei Farben teilen können, was die Szene flach wirken lässt — dazu ein schwacher Beeper, der statt Musik nur einfache Töne konnte. Wer dem Original am nächsten kommen will, greift zur Atari- oder C64-Version, das Spectrum-Port ist eher etwas für Fans der damaligen Heimcomputer-Szene.