Missile Command – boxart
5200Atari 5200

Missile Command

Arcade / Shooter 1982 General Computer Corporation ⏱ Kurz · bis ~3 Std.
Missile Command – Aus dem Spiel
Aus dem Spiel
Missile Command – Titelbildschirm
Titelbildschirm

Beschützt sechs Städte vor einem Raketenhagel. Verwandelte den Kalten Krieg in spannende Arcade-Action.

Am Nachthimmel leuchten die Spuren anfliegender Raketen auf, und deine einzige Aufgabe ist es, sechs Städte vor ihrer Zerstörung zu schützen. Missile Command ist ein Spiel, das die kalte Bedrohung eines Atomkriegs in ein spannendes und bis heute funktionierendes Arcade-Erlebnis zu verwandeln vermochte, und auf dem Atari 5200 konnten die Spieler es zu Hause genießen.

Das Prinzip ist klar und unerbittlich. Von Raketenabwehrbasen aus feuerst du Geschosse ab, die du so timen und ausrichten musst, dass sie direkt in der Bahn der feindlichen Raketen explodieren. Diese senken sich in immer dichteren Wellen von oben herab, und du schützt deine Städte und Batterien. Der Schlüssel liegt im Voraussehen und im Haushalten mit begrenzter Munition, denn sobald die Geschosse ausgehen, bist du wehrlos. Das Spiel hat kein siegreiches Ende, früher oder später verlierst du, es geht also darum, so lange wie möglich durchzuhalten.

Missile Command entstand im Atari-Studio, und seine Automatenversion, an der Dave Theurer mitwirkte, wurde zu einem der prägenden Titel der Ära. Das Spiel resonierte stark mit der zeitgenössischen Atmosphäre des Kalten Krieges und der Angst vor einem nuklearen Konflikt, was ihm eine für ein Spiel, in dem es primär um Reflexe geht, ungewöhnliche emotionale Tiefe verlieh. Die Portierung auf den Atari 5200 brachte dieses Erlebnis auf eine leistungsfähigere Heimkonsole.

Die kulturelle Bedeutung des Spiels geht über seine Mechanik hinaus. Missile Command wird oft als Beispiel für ein Videospiel angeführt, das auch eine gewisse Botschaft über die Sinnlosigkeit des Krieges trug, denn die Städte fallen am Ende immer. Dieser Unterton machte es zu einem ungewöhnlich reflektierten Titel, über den bis heute gesprochen wird.

Für den heutigen Spieler bleibt Missile Command ein Musterbeispiel für Spannung und Konzentration. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit und die eigenen Nerven, der dich zwingt, in Sekundenbruchteilen zu entscheiden und den Himmel mit wachsender Beklemmung zu beobachten.

Warum spielen: Missile Command ist ein zeitloses Beispiel für spannendes Arcade-Design mit einem überraschend starken Subtext, in dem du deine Bildschirme gegen die unausweichliche Vernichtung verteidigst.

Spiel 4 von 41 für Atari 5200

Derselbe Titel woanders (3)

Das Arcade-Original von 1980 wurde mit einem präzisen Trackball gesteuert, der blitzschnelles, feines Zielen über den ganzen Bildschirm erlaubte – deshalb gilt es bis heute als die flüssigste und schönste Version. Die Atari-2600-Umsetzung musste den Trackball durch einen Joystick ersetzen, wodurch das Zielen spürbar langsamer und ungenauer wurde, zudem verlor die Grafik wegen der schwächeren Hardware an Farben und Details. Das Atari 5200 bot dagegen einen Analog-Controller, dessen Bewegungsspielraum dem Trackball viel näherkam, sodass sich die Steuerung deutlich stärker am Arcade-Original orientierte als beim 2600 — viele Spieler zählen diese Fassung zu den besten Heimumsetzungen überhaupt, auch wenn Farbenpracht und Flüssigkeit das Original nicht ganz erreichen.