Anbernic RG35XX Pro

Handheld-Konsole · 2024

Anbernic RG35XX Pro

Ein horizontaler Handheld mit dem H700-Chip — der Sweet Spot zwischen Preis und Leistung.

Anbernic RG35XX Pro v průhledné variantě

Der RG35XX Pro ist das horizontale Spitzenmodell der beliebten RG35XX-Reihe des chinesischen Herstellers Anbernic. Er vereint eine angenehm taschenfreundliche Größe, ein scharfes 4:3-Display und den Allwinner-H700-Chip, der den Großteil der Retro-Bibliothek bis hin zur PlayStation bewältigt. Für seinen Preis bietet er ein Verhältnis von Leistung, Akkulaufzeit und Community-Unterstützung, das kaum zu übertreffen ist.

Technische Daten

Chip (SoC)
Allwinner H700, 4× Cortex-A53 @ ~1,5 GHz
Grafik
Mali-G31 MP2
Display
3,5" IPS, 640×480 (4:3)
Arbeitsspeicher
1 GB LPDDR4
Akku
~3300 mAh (ca. 5–8 h Spielzeit)
Speicher
2× microSD (System + Spiele)
Konnektivität
Wi-Fi, HDMI-Ausgang, USB-C
Betriebssysteme
muOS, Knulli, Batocera, ROCKNIX, stock

Was es packt

  • FlüssigNES, SNES, Mega Drive, Master System, PC Engine
  • FlüssigGame Boy / GBC / GBA
  • FlüssigPlayStation (PS1)
  • MeistensNintendo 64, PSP
  • Ausgewählte TitelDreamcast, Saturn

Was ist der RG35XX Pro

Der Anbernic RG35XX Pro ist eine Handheld-Emulationskonsole mit dem Betriebssystem Linux, die die chinesische Marke Anbernic Ende 2023 als leistungsstärkere und ergonomisch verbesserte Variante des sehr erfolgreichen Modells RG35XX auf den Markt brachte. Sie gehört zur Kategorie der sogenannten vertikalen Handhelds (Display oben, Bedienung unten), deren Form und Seitenverhältnis bewusst an den klassischen Nintendo Game Boy erinnern. Das Gerät ist in erster Linie zur Emulation von Retro-Spielen aus der 8-Bit- bis 32-Bit-Ära und teilweise auch der 64-Bit-Generation bestimmt und richtet sich an Spieler, die ein preiswertes, taschentaugliches und sofort einsatzbereites Gerät wollen, ohne einen PC oder einen Raspberry Pi zusammenbauen zu müssen.

Der Hauptzweck des Geräts ist Nostalgie in der Handfläche: Man schaltet es ein, wählt ein Spiel aus und spielt, ähnlich wie einst auf der Originalkonsole. Anders als ein Telefon mit Emulator bietet es physische Bedienelemente (ein echtes kreuzförmiges D-Pad, vier Aktionstasten, Schultertasten) und kompakte, taschenfreundliche Abmessungen. Gegenüber dem Basismodell RG35XX fügt die "Pro"-Version vor allem zwei Analogsticks hinzu (das Originalmodell hatte gar keine), einen schnelleren Chip, einen besseren Lautsprecher und einen bequemeren Griff, sodass sie auch anspruchsvollere Systeme wie die PlayStation 1 oder den Nintendo 64 bewältigt.

Die Zielgruppe umfasst sowohl Einsteiger, die einen günstigen Einstieg ins Retro-Gaming mit einfacher Bedienung direkt aus der Schachtel suchen, als auch Enthusiasten von Custom-Firmware, die die Offenheit der Plattform und die Möglichkeit schätzen, Community-Systeme wie Knulli oder muOS aufzuspielen. Wichtig zu betonen ist, dass die Konsole ohne Spiele verkauft wird — die Spielinhalte muss sich der Nutzer selbst beschaffen, und zwar legal: idealerweise in Form eigener Dumps von physischen Cartridges und Discs, die er selbst besitzt, nicht durch das Herunterladen raubkopierter ROMs aus dem Internet.

Geschichte und Marktkontext

Anbernic gehört zu den markantesten Marken im Segment der chinesischen Retro-Handhelds, und seine RG35XX-Reihe wurde zu einem der meistverkauften Modelle ihrer Zeit. Der ursprüngliche RG35XX (2022/2023) überzeugte mit niedrigem Preis, einem schönen IPS-Display im 3:2-Format und einer niedlichen "Game Boy"-Form, hatte aber zwei wesentliche Einschränkungen: Es fehlten ihm Analogsticks, und sein Chip Actions ATM7039S war eher schwach, sodass er sich vor allem für 8/16-Bit-Systeme und leichtere Emulation eignete.

Der RG35XX Pro war die Antwort auf die Nachfrage der Community nach einem leistungsstärkeren, aber weiterhin kompakten Gerät. Anbernic wechselte darin zum neueren SoC Allwinner H700, fügte duale Analogsticks hinzu, überarbeitete die Ergonomie zu einem eher "horizontalen" Gefühl trotz der vertikalen Form und verbesserte den Lautsprecher sowie die gesamte Verarbeitung. Der Pro gehört zu einer größeren Familie von Geräten, die auf derselben Plattform aufbauen, zu der auch der RG35XX Plus, der horizontale RG35XX H und später der Klapp-Handheld RG35XX SP (im Stil des Game Boy Advance SP) gehören — alle teilen sich denselben Chip und einen großen Teil der Software-Unterstützung, was den H700 zu einer der am besten unterstützten Grundlagen in der Community machte.

Auf dem Markt konkurriert der RG35XX Pro mit dem Angebot von Marken wie Powkiddy, Miyoo (insbesondere dem beliebten Miyoo Mini Plus) und mit den eigenen Geschwistern von Anbernic. Seine Position ergibt sich aus der Kombination eines sehr günstigen Preises, hervorragender Community-Unterstützung und ausreichender Leistung für die meisten "klassischen" Systeme. Es ist kein High-End-Gerät für die vollständige Emulation von PSP oder Dreamcast, aber innerhalb seiner Preisklasse gehört es zu den ausgewogensten Optionen — weshalb es oft als idealer "erster" Linux-Handheld empfohlen wird.

Hardware im Detail

Das Herzstück des RG35XX Pro ist der Chip Allwinner H700 — ein Quad-Core-ARM-Cortex-A53-SoC, getaktet bei etwa 1,5 GHz, ergänzt durch einen Grafikkern Mali-G31 MP2. Diese Kombination ist im Segment der günstigen Handhelds bewährt und bietet deutlich mehr Leistung als der ältere Actions-SoC im Basismodell RG35XX. Dadurch bewältigt der Pro nicht nur 8/16-Bit-Systeme flüssig, sondern auch die meisten Spiele der PlayStation 1, leichtere Titel des Nintendo 64 und einen Teil der Bibliothek des Dreamcast oder der PSP mit Kompromissen.

Der Arbeitsspeicher besteht aus 1 GB LPDDR4-RAM, was für die Retro-Emulation ausreichend ist. Das Display ist ein 3,5"-IPS-Panel mit einer Auflösung von 640 × 480 Pixeln im Seitenverhältnis 4:3 — das ist ideal für Spiele aus der 4:3-Ära (NES, SNES, PS1), bei denen das Bild das Panel ohne große schwarze Balken ausfüllt. Das Panel hat schöne Blickwinkel und eine ordentliche Helligkeit. Für den Speicher sorgt eine microSD-Karte; das Gerät hat zwei microSD-Slots — einen typischerweise für das System (TF1 / OS) und den anderen für Spiele (TF2 / ROMS), oder das System läuft von einer Karte und die zweite dient nur als Erweiterung für Spiele.

Für die Stromversorgung sorgt ein eingebauter Li-Po-Akku mit einer Kapazität von etwa 3300 mAh. Die Konnektivität umfasst USB-C (Laden und Datenübertragung), eine 3,5-mm-Klinke für Kopfhörer und ein integriertes WLAN-Modul, das nützlich ist für das Scraping von Metadaten, die Übertragung von Dateien über das Netzwerk und in einigen Firmwares auch für Netplay. Das Gerät enthält einen Mono-Lautsprecher (der Pro hat einen gegenüber dem Originalmodell merklich verbesserten Klang). Die Kühlung ist passiv — der H700-Chip erzeugt keine extreme Hitze, sodass kein aktiver Lüfter nötig ist; das Gehäuse erwärmt sich unter Last nur leicht.

Das Gehäuse ist aus Kunststoff, aber gut zusammengesetzt, mit taschenfreundlichen Abmessungen. Zu den Bedienelementen gehören ein kreuzförmiges D-Pad, vier Aktionstasten (A/B/X/Y), zwei Analogsticks mit L3/R3-Tasten, Schultertasten L1/R1 und L2/R2, Start/Select-Tasten und eine Funktionstaste (Menu/Function) zum Aufrufen des Spielmenüs. Die Sticks sind eine der Hauptstärken der "Pro"-Version, da sie eine bequeme Steuerung von 3D-Spielen auf PS1 und N64 ermöglichen, wo der Basis-RG35XX die Spieler zwang, die Bewegung nur mit dem D-Pad zu lösen.

Betriebssysteme und Software

Der RG35XX Pro wird mit offizieller Firmware von Anbernic geliefert, die auf einer Linux-Distribution basiert und auf dem Frontend EmulationStation mit der Emulationsgrundlage RetroArch (libretro) aufgebaut ist. Das Werkssystem ist sofort nach dem Einlegen einer Karte mit Spielen funktionsfähig, bietet eine mehrsprachige Oberfläche, vorinstallierte Emulationskerne sowie grundlegende Scraping- und Einstellungsmöglichkeiten. Für viele Nutzer ist die Stock-Firmware ausreichend und sie müssen sie nicht ändern.

Die eigentliche Stärke der Plattform liegt jedoch in den Community-(Custom-)Firmwares. Die beliebtesten Optionen für H700-Geräte sind Knulli (ein Zweig des Batocera-Projekts, der für diese Handhelds angepasst und auf EmulationStation aufgebaut ist), muOS (ein sauberes, schnelles und sehr beliebtes System mit einfacher Oberfläche) und ältere Ports wie GarlicOS oder Batocera direkt. Diese Systeme bringen eine bessere Organisation der Spiele, reichhaltigere Einstellungen pro System und pro Spiel, hochwertigere Shader, eine verbesserte Verwaltung von Speicherständen und oft einen flotteren Betrieb als die Werkssoftware.

Die Custom-Firmware wird üblicherweise auf einer separaten microSD-Karte installiert, sodass die originale Systemkarte von Anbernic unangetastet bleiben kann und man jederzeit zu ihr zurückkehren kann — das Risiko, das Gerät zu "zerstören", ist damit minimal. Die überwiegende Mehrheit dieser Systeme nutzt unter der Haube RetroArch, was gemeinsame Konzepte über die Firmwares hinweg bedeutet: Cores (Kerne), Overlays und Shader, Run-Ahead zur Reduzierung der Eingabelatenz, automatische und manuelle Save States und Unterstützung für BIOS-Dateien bei Systemen, die sie erfordern (PS1, Neo Geo, PC Engine CD usw.).

Bei der Wahl der Firmware gilt eine einfache Regel: muOS eignet sich für diejenigen, die maximale Geschwindigkeit, Klarheit und Einfachheit wollen, während Knulli/Batocera denjenigen entgegenkommt, die eine reichhaltige Funktionsbibliothek, ein schönes Theme, Scraping und die Feinabstimmung jedes Systems wollen. Die Community veröffentlicht regelmäßig Aktualisierungen, daher lohnt es sich, die offiziellen Seiten der jeweiligen Projekte zu verfolgen und Firmware ausschließlich von diesen herunterzuladen, damit kein modifiziertes, gefährliches oder illegales Image aufgespielt wird.

Kompatibilität nach Plattform

Flüssig und problemlos bewältigt der RG35XX Pro die gesamte 8-Bit- und 16-Bit-Ära: NES / Famicom, SNES / Super Famicom, Sega Master System, Mega Drive / Genesis, PC Engine / TurboGrafx-16, Game Boy / Game Boy Color / Game Boy Advance, Neo Geo Pocket, WonderSwan, Atari-Systeme und Arcade-Spiele auf Basis von FinalBurn Neo und älterem MAME aus der entsprechenden Ära. Ebenso läuft die PlayStation 1 problemlos — die überwiegende Mehrheit der PS1-Bibliothek läuft in voller Geschwindigkeit, was dank der Analogsticks sehr angenehm ist.

Mit Kompromissen lassen sich Nintendo 64 (viele Spiele laufen gut, aber eine Reihe von Titeln hat Frame-Einbrüche oder erfordert Feinabstimmung und das Umschalten der Kerne, typischerweise zwischen Mupen64Plus-Kernen), Sega Dreamcast (leichtere 2D- und weniger anspruchsvolle 3D-Titel sind über den Flycast-Kern spielbar, aber grafisch reiche Spiele plagt die Leistung) und Sony PSP (einfachere 2D/2,5D und weniger anspruchsvolle 3D funktionieren über PPSSPP ordentlich, aber anspruchsvollere 3D-Titel müssen auf eine niedrigere Auflösung untertaktet werden und können trotzdem langsamer werden) spielen.

An der Grenze oder völlig außerhalb der Möglichkeiten liegen Systeme wie der Sega Saturn (die Emulation ist rechnerisch sehr anspruchsvoll und auf dem H700 im besten Fall teilweise und instabil), Nintendo GameCube / Wii, PlayStation 2 und neuere Konsolen — die sind auf diesem Chip nicht spielbar. Ebenso die anspruchsvolleren Arcade-Boards (z. B. CPS3 geht, aber Naomi/Atomiswave nur am Rande). Wer in erster Linie auf Dreamcast, Saturn oder die PSP in vollem Umfang abzielt, sollte einen leistungsstärkeren Handheld mit einem Chip der Snapdragon-Reihe in Betracht ziehen.

Allgemein gilt, dass der RG35XX Pro ideal für 8/16/32 Bit und sehr gut für die PS1 ist, während es bei der 64-Bit-Generation und darüber eine Wette von Titel zu Titel ist. Es lohnt sich daher, Erfahrungen aus den Kompatibilitätslisten der Community zu sammeln, in denen Spieler teilen, welche Spiele gut laufen und welche Einstellungen dafür zu verwenden sind.

Bedienung und Ergonomie

Obwohl der RG35XX Pro ein vertikaler "Game Boy"-Handheld ist, hat Anbernic ihn ergonomisch so abgestimmt, dass er besser in der Hand liegt als das Originalmodell. Das D-Pad ist präzise und für Plattformer und Beat-'em-ups geeignet, die Aktionstasten haben einen angenehmen Hub, und die zwei Analogsticks unter dem Display lösen einen langjährigen Mangel der Reihe — dank ihnen ist das Spielen von 3D-Spielen auf PS1 und N64 wirklich bequem. Die Sticks unterstützen auch den Druck (L3/R3), was einige Spiele nutzen.

Die Schultertasten L1/R1 und L2/R2 sind bei vertikalen Handhelds aufgrund der Gehäuseform immer ein bisschen ein Kompromiss, aber beim Pro sind sie einigermaßen zugänglich. Die Funktionstaste (Menu/Function) dient in Kombination mit weiteren Tasten als schnelle Tastenkombinationen — Aufrufen des RetroArch-Spielmenüs, Speichern und Laden eines Standes, Ändern von Helligkeit oder Lautstärke oder schnelles Ausschalten. Die konkreten Kombinationen unterscheiden sich je nach Firmware, daher lohnt es sich, die Tastenkombinationen des jeweiligen Systems zu lernen (z. B. bei muOS und Knulli sind sie dokumentiert).

Für längeres Spielen sollte man bedenken, dass das kompakte vertikale Gehäuse großen Händen weniger entgegenkommt als größere horizontale Handhelds (z. B. der Geschwister-RG35XX H). Wenn Sie ein "Landscape"-Gefühl wie beim Game Gear oder der PSP bevorzugen, kann die H-Version bequemer sein; der Pro ist hingegen ideal für Fans des klassischen vertikalen Formats und für das Spielen unterwegs, wo die kleinen Abmessungen geschätzt werden.

Bild, Ton und Shader

Das Display im Seitenverhältnis 4:3 ist ein großer Vorteil für das Retro-Gaming: Die überwiegende Mehrheit der Spiele aus der Ära von NES bis PS1 wurde gerade für 4:3 entworfen, sodass das Bild das Panel natürlich ausfüllt, ohne Verzerrung oder die Notwendigkeit eines starken Zuschnitts. Die Auflösung von 640 × 480 ist dicht genug, damit Integer-Scaling und Shader gut aussehen, und das IPS-Panel sorgt für originalgetreue Farben und eine ordentliche Helligkeit auch außerhalb von Innenräumen.

Dank RetroArch steht dem Nutzer eine breite Palette von Shadern und CRT-Filtern zur Verfügung, die das Aussehen alter Fernseher und Monitore nachahmen — Scanlines, leichte Unschärfe, Phosphor-Körnigkeit oder Bildkrümmung. Für Pixel-Art-Spiele sind Shader wie CRT-Royale, CRT-Lottes oder leichtere Varianten beliebt, die auf dem 3,5"-Panel scharfe Kanten schön weichzeichnen. Vorsicht jedoch bei der Leistung: Anspruchsvolle CRT-Shader können bei grafisch reicheren Systemen Frames kosten, daher werden bei ihnen leichtere Varianten gewählt oder sie werden abgeschaltet. Es stehen auch Overlay-Rahmen zur Verfügung (z. B. eine Imitation des Game-Boy-Rands) sowie die Möglichkeit des Integer-Scalings für perfekt scharfe Pixel.

Für den Ton sorgt der verbesserte Mono-Lautsprecher, der gegenüber dem originalen RG35XX lauter und klarer ist, und natürlich eine 3,5-mm-Klinke für Kopfhörer. Für ernsthafteres Hören (insbesondere musikalisch starke Titel wie PS1-RPGs) lohnen sich Kopfhörer oder ein Bluetooth-Lautsprecher, sofern die jeweilige Firmware ihn unterstützt. RetroArch bietet zudem die Abstimmung von Audiolatenz und Synchronisation, was bei Rhythmusspielen und allgemein beim Eindruck von Flüssigkeit hilft.

Akkulaufzeit und Stromversorgung

Der Akku mit einer Kapazität von rund 3300 mAh liefert eine reale Laufzeit üblicherweise im Bereich von 4 bis 7 Stunden je nach Last. Leichte Systeme (Game Boy, NES, SNES) mit niedrigerer Display-Helligkeit halten näher an der Obergrenze, während anspruchsvolle Emulation (N64, PSP, PS1 mit Shadern) und hohe Helligkeit die Laufzeit verkürzen. Die passive Kühlung und der relativ sparsame H700-Chip halten den Verbrauch dabei in vernünftigen Grenzen, sodass es sich nicht um einen Stromfresser handelt.

Das Laden erfolgt über USB-C, idealerweise über ein übliches 5-V-Ladegerät oder eine Powerbank. Das Gerät lässt sich auch während des Spielens laden, was auf längeren Reisen in Kombination mit einer Powerbank praktisch ist. Die Laufzeit lässt sich weiter verlängern, indem man die Display-Helligkeit senkt, WLAN abschaltet, wenn man es gerade nicht braucht, und weniger anspruchsvolle Shader oder Kerne verwendet.

Für das tägliche Tragen ist es gut zu bedenken, dass microSD-Karten und Akkus Verschleißteile sind — eine hochwertige Marken-microSD (z. B. SanDisk, Samsung) verringert das Risiko einer Datenbeschädigung, und wenn Sie das Gerät längere Zeit nicht nutzen, ist es ratsam, es etwa zur Hälfte geladen zu lassen, um den Li-Po-Akku zu schonen.

Mehrspieler und TV-Ausgang

Der RG35XX Pro ist in erster Linie ein Einzelspieler-Handheld, aber dank USB-C lässt sich über einen Adapter (USB OTG) ein externer Controller anschließen, sodass es möglich ist, zu zweit auf einem Bildschirm bei Spielen zu spielen, die lokalen Mehrspieler unterstützten (z. B. Beat-'em-ups und Sportspiele auf SNES, Mega Drive oder PS1). Einige Custom-Firmwares ermöglichen auch Netplay über RetroArch per WLAN, bei dem sich zwei Spieler über das Internet oder ein lokales Netzwerk verbinden — das erfordert allerdings übereinstimmende Kerne, Versionen und ein wenig Geduld bei der Einrichtung und gehört allgemein nicht zu den stabilsten Funktionen auf diesem Gerätetyp.

Was den TV-Ausgang betrifft, muss man realistisch sein: Die vertikalen Handhelds der RG35XX-Reihe haben in der Regel keinen vollwertigen HDMI-/Videoausgang wie einige ihrer größeren Geschwister. Wenn es für Sie entscheidend ist, auf einem großen Bildschirm zu spielen, ist es ratsamer, zu einem Modell zu greifen, das den Videoausgang offiziell unterstützt, oder zu einer klassischen Box vom Typ Mini-PC. Der RG35XX Pro ist hingegen am besten in dem, wofür er entworfen wurde — als kompakte Taschenkonsole für unterwegs.

Für das Spielen mit mehreren Personen gilt also, dass das beste Erlebnis der Anschluss eines zweiten Controllers über OTG bei Spielen mit Split-Screen-/Shared-Screen-Modus bietet, oder die Konsole eignet sich eher zum Abwechseln der Spieler bei einem einzelnen Titel. Für vollwertiges Party-Gaming am Fernseher ist eine andere Lösung geeigneter.

Zubehör

Zu den nützlichsten Zubehörteilen gehören hochwertige microSD-Karten — da das Gerät zwei Slots hat, wählen viele Nutzer eine kleinere Karte für das System und eine große (128–512 GB) für die Spielebibliothek. Empfohlen werden Markenkarten (SanDisk, Samsung) mit guter Geschwindigkeit, denn billige No-Name-Karten sind eine häufige Ursache für Abstürze, beschädigte Save-Dateien und Probleme beim Booten der Firmware.

Weiterhin nützlich sind eine Schutzhülle oder ein Etui zum Transport, eine Schutzfolie oder ein Panzerglas für das Display und ein hochwertiges USB-C-Kabel mit einer Powerbank für längere Reisen. Anbernic und Drittanbieter bieten Silikonhüllen und Etuis, die direkt auf die Abmessungen des RG35XX Pro zugeschnitten sind. Für eine bequemere Bedienung lässt sich über einen USB-OTG-Adapter ein externes Gamepad anschließen — geeignet sowohl für Mehrspieler als auch für das Spielen im Sitzen, wenn man die Konsole ablegt.

Aus rein praktischer Sicht lohnt es sich, ein microSD-Kartenlesegerät für den Computer griffbereit zu haben, denn der einfachste Weg, Spiele und BIOSe aufzuspielen und die Firmware zu aktualisieren, besteht darin, die Karte zu entnehmen und direkt am PC damit zu arbeiten. Einige Nutzer verwenden auch einen USB-Lüfter oder ein Kühlpad, aber angesichts der passiven Kühlung des H700 ist das bei diesem Gerät in der Regel nicht nötig.

Einrichtung Schritt für Schritt

1) Vorbereitung des Systems. Wenn Sie bei der Werksfirmware bleiben möchten, genügt es, eine Karte mit Spielen in den Slot einzulegen. Wenn Sie Custom-Firmware möchten (z. B. muOS oder Knulli), laden Sie das Image ausschließlich von der offiziellen Quelle des Projekts herunter, schreiben Sie es am PC mit einem Tool wie balenaEtcher oder Rufus auf eine microSD und legen Sie die Karte in den entsprechenden Slot ein. Es wird empfohlen, die originale Systemkarte von Anbernic als Backup beiseitezulegen.

2) Aufspielen der Spiele. Kopieren Sie die Spiele (ROM/ISO/CHD) am PC in die richtigen Ordner nach System — jede Firmware hat ihre eigene Struktur (z. B. /roms/snes, /roms/psx). Bei PS1-Disc-Spielen lohnt es sich, BIN/CUE in das platzsparende Format CHD umzuwandeln, das Platz spart und Mehrfach-Disc-Titel vereinfacht. Wir erinnern an den rechtlichen Rahmen: Spielen Sie ausschließlich eigene Dumps von Spielen auf, die Sie physisch besitzen.

3) BIOS-Dateien. Einige Systeme erfordern ein BIOS (PS1, Neo Geo, PC Engine CD, manchmal Game Boy Advance zur Genauigkeit). Diese Dateien gehören in einen dafür vorgesehenen Ordner (oft /bios) und müssen den genauen Namen und die Prüfsumme haben, sonst startet die Emulation nicht. Auch hier gilt, dass das BIOS geschützt ist und Sie es von Ihrem eigenen Gerät beziehen sollten.

4) Scraping und Fertigstellung. Nach dem Einschalten der Konsole verbinden Sie das WLAN und starten in den Einstellungen des Frontends (EmulationStation) das Scraping — das automatische Herunterladen von Covern, Beschreibungen und Metadaten zu den Spielen, wodurch die Bibliothek übersichtlich aussieht. Zum Schluss empfehle ich, die Einstellungen pro System (Kern, Seitenverhältnis, Shader) durchzugehen, die Tastenkombinationen für Save States zu lernen und in Ruhe einige Spiele aus verschiedenen Plattformen zu testen, um eventuelle Titel aufzudecken, die eine Feinabstimmung benötigen.

Modelle, Revisionen und Varianten

Der RG35XX Pro ist Teil einer größeren Familie von H700-Geräten von Anbernic, und es ist nützlich, sie bei der Auswahl nicht zu übersehen. Der Basis-RG35XX ist der günstigste, aber ohne Sticks und mit schwächerem Chip. Der RG35XX Plus ist im Grunde das "Innere des Pro" im ursprünglichen (einfacheren) Gehäuse ohne Sticks, aber mit dem schnelleren H700. Der RG35XX Pro fügt Analogsticks und eine verbesserte Ergonomie im vertikalen Format hinzu.

Daneben gibt es den horizontalen RG35XX H ("Landscape"-Form mit besserem Griff für große Hände und meist mit besseren Möglichkeiten, einschließlich Videoausgang bei einigen Revisionen) und den Klapp-Handheld RG35XX SP im Stil des Game Boy Advance SP mit aufklappbarem Design und Displayabdeckung. Alle diese Modelle teilen sich denselben Chip und einen großen Teil der Firmware-Unterstützung, sodass die Wahl vor allem eine Frage von Format und Ergonomie ist, nicht der Leistung.

Beim RG35XX Pro gibt es kleinere Produktionsrevisionen und Farbvarianten (z. B. transparente und farbige Ausführungen), die jedoch die Leistung nicht grundlegend ändern. Beim Kauf ist es gut zu überprüfen, dass es sich wirklich um einen Pro handelt (wegen der Sticks und des H700) und nicht um ein älteres Basismodell, denn die Bezeichnungen in Anzeigen sind oft verwechselbar. Die Community-Firmware wird über die gesamte H700-Familie hinweg entwickelt, sodass der Kauf eines beliebigen dieser Modelle eine gute langfristige Software-Unterstützung bedeutet.

Häufige Probleme und Lösungen

Die häufigsten Probleme rühren von microSD-Karten her: Billige oder gefälschte Karten verursachen Abstürze, verschwindende Speicherstände oder dass die Firmware gar nicht startet. Die Lösung besteht darin, hochwertige Markenkarten zu verwenden, sie korrekt zu formatieren (FAT32/exFAT gemäß den Anweisungen der Firmware) und das Image mit einem bewährten Tool (balenaEtcher) zu schreiben. Wenn das System nicht bootet, besteht der erste Schritt immer darin, die Karte erneut zu überschreiben und eine andere Karte zu testen.

Das zweite typische Problem ist das Nichtstarten von Spielen aufgrund eines fehlenden oder falschen BIOS (typischerweise PS1, Neo Geo, PC Engine CD). Das Symptom ist meist ein schwarzer Bildschirm oder eine sofortige Rückkehr ins Menü. Die Lösung besteht darin, das richtige BIOS mit dem richtigen Namen und der richtigen Prüfsumme in den dafür vorgesehenen Ordner zu legen. Bei N64 und PSP wiederum werden Spiele langsamer — hier hilft es, den Emulationskern zu wechseln, die interne Auflösung zu senken, anspruchsvolle Shader abzuschalten und empfohlene Einstellungen in den Kompatibilitätslisten der Community zu suchen.

Zu weiteren häufigen Situationen gehören schwächere Akkulaufzeit bei hoher Helligkeit (wird durch Senken der Helligkeit und Abschalten von WLAN gelöst), leiserer Werkston (beim Pro verbessert, aber immer noch mono — für Musik wählen Sie Kopfhörer) und gelegentliches Ruckeln von Audio/Video, das sich meist in den Synchronisationseinstellungen in RetroArch beseitigen lässt. Wenn sich die Konsole nach dem Experimentieren mit Firmware instabil verhält, ist das Einfachste, zur originalen Systemkarte zurückzukehren oder die Firmware erneut zu überschreiben — die Hardware wird dadurch nicht beschädigt.

Bei jeder Firmware-Aktualisierung ist es sinnvoll, ein Backup der Save-Dateien zu haben (den Ordner mit Saves und Save States auf einen PC kopieren), denn ein Upgrade oder das Überschreiben der Karte kann sie löschen. Die Regel "Ändere nur eine Sache und teste" gilt auch hier — sie erleichtert das Aufspüren der Ursache, falls etwas kaputtgeht.

Community und wo man Hilfe findet

Rund um die H700-Geräte von Anbernic gibt es eine sehr aktive Community. Die wichtigsten Informationsquellen sind Reddit (Subreddits, die Anbernic und Retro-Handhelds im Allgemeinen gewidmet sind, wie r/SBCGaming), die Discord-Server der einzelnen Custom-Firmwares (muOS, Knulli/Batocera) und die offiziellen Seiten und Wikis dieser Projekte, wo Sie Installationsanleitungen, Listen unterstützter Systeme und die Dokumentation der Tastenkombinationen finden.

Für Video-Anleitungen ist YouTube eine gute Quelle, wo eine Reihe von Creators, die sich Retro-Handhelds widmen, konkrete Modelle rezensieren, die Firmware-Installation zeigen und die Leistung über Systeme hinweg vergleichen. Diese Kanäle veröffentlichen oft auch Kompatibilitätslisten und Tipps für Einstellungen bei problematischen Titeln (insbesondere N64 und PSP).

Ein wichtiges Prinzip der Community ist das Teilen von Wissen, nicht von raubkopierten Inhalten — hochwertige Quellen zeigen Ihnen, wie Sie legal eigene Dumps von Spielen erstellen, die Sie besitzen, und wo Sie legale oder frei verfügbare Titel bekommen (Homebrew, gemeinfreie Spiele, offizielle Sammlungen). Wenn Sie auf ein Problem stoßen, lohnt es sich, zuerst die Dokumentation und den Discord der jeweiligen Firmware zu durchsuchen, denn die meisten Fragen wurden bereits beantwortet.

Alternativen und Vergleich

Die nächstgelegene Alternative ist der Miyoo Mini Plus — ein noch kleinerer und günstigerer vertikaler Handheld mit hervorragender Community-Firmware (OnionOS), aber ohne Analogsticks und mit geringerer Leistung. Er eignet sich für diejenigen, die das kleinstmögliche Gerät in erster Linie für 8/16-Bit und PS1 ohne 3D-Ambitionen wollen. Der RG35XX Pro ist demgegenüber etwas größer, leistungsstärker und dank der Sticks vielseitiger.

Aus dem Stall von Anbernic sind die Hauptkonkurrenten die eigenen Geschwister: der RG35XX H (horizontal, bequemer für große Hände und oft mit besserem Ausgang), der RG35XX Plus (gleicher Chip, aber ohne Sticks und günstiger) und der Klapp-Handheld RG35XX SP. Wer deutlich höhere Leistung für Dreamcast, Saturn und die PSP in vollem Umfang will, muss eine Klasse höher gehen — zu Geräten mit Chips der Qualcomm-Snapdragon-Reihe (z. B. der teurere Anbernic RG556/RG406 und ähnliche Android-Handhelds), die jedoch ein Vielfaches kosten und meist Android statt eines leichten Linux haben.

Der Vergleich fällt also klar aus: Wenn Sie einen preiswerten, kompakten Handheld für die Klassiker bis hin zur PS1 mit Analogsticks und großartiger Community-Unterstützung suchen, ist der RG35XX Pro eine der besten Optionen. Wenn Sie aber auf neuere Systeme abzielen (GameCube, PS2, vollwertiger Dreamcast/Saturn/PSP), ist es sinnvoller, in ein leistungsstärkeres (und teureres) Gerät zu investieren und den RG35XX Pro als leichte, taschentaugliche Zweitkonsole zu belassen.

Für wen es geeignet ist

Der RG35XX Pro ist eine ideale Wahl für Einsteiger und Fans der Klassiker, die einfach und günstig Spiele aus der Ära von NES, SNES, Mega Drive, Game Boy/GBA, Arcade und PlayStation 1 im Taschenformat spielen wollen. Sie werden ihn schätzen, wenn Sie das Aussehen und das Gefühl des klassischen Game Boy mögen, physische Bedienelemente einschließlich Analogsticks wollen und Ihnen die Offenheit der Plattform mit der Möglichkeit gefällt, Community-Firmware wie muOS oder Knulli aufzuspielen.

Weniger geeignet ist er für diejenigen, die in erster Linie auf anspruchsvolle 64-Bit- und neuere Emulation abzielen (voller Nintendo 64 ohne Kompromisse, Dreamcast, Saturn, PSP in vollem Umfang, GameCube und höher) — dafür reicht der H700-Chip nicht aus und ein teureres Gerät mit einem Snapdragon leistet bessere Dienste. Ebenso sind, wenn Sie einen vollwertigen TV-Ausgang auf einen großen Bildschirm oder ein größeres Gehäuse für große Hände benötigen, andere Modelle geeigneter (z. B. der RG35XX H oder spezialisierte Boxen).

Insgesamt ist der RG35XX Pro ein ausgewogener, preiswerter und gut unterstützter Taschenemulator, der innerhalb seiner Klasse einen hervorragenden Gegenwert bietet. Für die meisten Menschen, die die Klassiker ihrer Kindheit unterwegs wieder erleben wollen — und das legal aus eigenen Dumps —, ist er einer der vernünftigsten Einstiege in die Welt der Linux-Handhelds.

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Malá krabička, která v roce 2023 nastartovala vlnu levných linuxových retro handheldů.

Anbernic RG35XX H

První RG35XX s pořádnými analogovými páčkami, míří na 3D hry z Nintenda 64 a PSP.

Anbernic RG35XX Plus

Stejná krabička jako RG35XX, jen konečně s Wi-Fi a Bluetooth pro bezdrátové ovladače.

Anbernic RG35XX SP

Sklápěcí tvar jako Game Boy Advance SP – displej schovaný pod krytkou přímo v kapse.

Anbernic RG405M

Kovové tělo, klasické tlačítka bez dotykové obrazovky a čip Unisoc T618.

Anbernic RG405V

Celokovové tělo, čip Unisoc T618 a čistě linuxový systém bez Androidu a kompromisů.

Anbernic RG40XX H

Anbernic RG40XX H

Vodorovná varianta se 4palcovým displejem a čipem H700 pro pohodlnější držení.

Anbernic RG40XX V

Svislá varianta ve tvaru připomínajícím klasický Game Boy, se stejným čipem jako model H.

Anbernic RG503

OLED displej, kovové tělo a čip RK3566 v klasickém tvaru herního ovladače.

Anbernic RG505

Tvar jako PS Vita, ale uvnitř skutečný Qualcomm Snapdragon 865 a AMOLED displej 960×544.

Anbernic RG556

Vlajková loď Anbernic s AMOLED displejem, čipem Unisoc T820 a duálním Android/Linux systémem.

TrimUI Brick

Vertikální handheld ve stylu Game Boye se stejnou elektronikou jako Smart Pro.

TrimUI Smart Pro

Malé tělo, velký 4,96" 16:9 displej a čip sdílený s TrimUI Brick.