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Tetris
Tetris entstand 1984 im Rechenzentrum der sowjetischen Akademie der Wissenschaften in Moskau, wo es von Alexei Paschitnow programmiert wurde. Die Idee beruhte auf fallenden Puzzleteilen: Der Spieler ordnet herabfallende Tetrominos so an, dass Reihen ohne Lücken gefüllt werden, woraufhin vollständige Zeilen verschwinden. Das Prinzip war denkbar einfach zu verstehen, aber praktisch unendlich spielbar - genau diese Kombination wurde zur Vorlage für das gesamte Genre der fallenden Puzzleblöcke. Paschitnows Originalversion lief auf einem sowjetischen Rechner namens Elektronika 60 im reinen Textmodus; erst sein Kollege Vadim Gerasimow portierte sie später auf IBM-PC-kompatible Computer und gab ihr damit erstmals eine grafische Form, die der heutigen näherkommt. Noch bevor es im Westen überhaupt offiziell veröffentlicht wurde, verbreitete sich das Spiel weiter auf kopierten Disketten unter sowjetischen Programmierern und gelangte so nach und nach über die Grenzen der UdSSR hinaus.
Der Weg von Tetris in den Westen verstrickte sich in einen der berüchtigtsten Lizenzstreite der Videospielgeschichte. Mirrorsoft und Spectrum Holobyte kämpften um die Rechte für Heimcomputer, darunter die PC-DOS-Version, Atari Games über seine Tengen-Sparte wollte Arcade- und NES-Rechte, und Nintendo wollte das Spiel für seine Handhelds. Zusätzlich kompliziert wurde die Lage dadurch, dass die Arcade-Rechte regional aufgeteilt waren: In Japan und Teilen des internationalen Marktes brachte Sega den Automaten heraus, während für Nordamerika Atari Games selbst die Lizenz hielt. Den Ausschlag gab schließlich die Reise von Henk Rogers nach Moskau, wo er direkt mit der sowjetischen Außenhandelsorganisation Elektronorgtechnika (Elorg) verhandelte und die Handheld-Rechte für Nintendo sicherte - eine Entscheidung, die dem Spiel zu massenhaftem Erfolg verhalf.
Die Tetris-Version, die 1989 dem Game Boy beilag, trug wesentlich dazu bei, dass sich die Konsole weltweit so gut verkaufte; das simple Gameplay, die unverwechselbare Melodie Korobeiniki und Duelle über das Link-Kabel machten sie zur Ikone des mobilen Spielens. Fast zeitgleich erschien eine NES-Fassung: Nintendo erwirkte eine gerichtliche Verfügung gegen die nicht autorisierte NES-Version von Tengen, die daraufhin aus den Regalen verschwand und heute ein gesuchtes Sammlerstück ist.
In den folgenden Jahrzehnten tauchte die Reihe auf praktisch jeder neuen Plattform wieder auf, während die Grundregeln erstaunlich stabil blieben. Neben der ursprünglichen PC-DOS- und Arcade-Version gab es Anpassungen für Game Boy Color, für java-fähige Mobiltelefone in der Ära vor dem Smartphone, wo es zu einem der ersten wirklich massentauglichen Mobilspiele wurde, sowie für Nintendo DS mit drahtlosem Mehrspielermodus und verspielten Verweisen auf ältere Nintendo-Titel in den einzelnen Spielmodi. Seit 2001 folgen offizielle Versionen, darunter auch die spätere 3DS-Fassung, dem sogenannten Tetris Guideline, einem gemeinsamen Regelwerk mit Elementen wie dem Zurücklegen eines Steins für später oder dem Wandtritt bei der Drehung.
Auch nach vier Jahrzehnten bleibt Tetris der Maßstab, an dem sich andere Stapel-Puzzlespiele wie Dr. Mario, Columns oder Puyo Puyo messen lassen müssen. Es gilt als Paradebeispiel dafür, dass minimalistisches Design ein nahezu zeitloses Spiel hervorbringen kann, und intensives Spielen gab sogar dem sogenannten "Tetris-Effekt" seinen Namen - dem Phänomen, dass Spieler nach langen Sitzungen fallende Formen auch abseits des Bildschirms wahrnehmen.
Teile der Reihe (15)
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Tetris Attack · 1995
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Tetris Attack / Panel de Pon · 1995
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3-D Tetris · 1996
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Magical Tetris Challenge · 1998
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The New Tetris · 1999
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Tetris Worlds · 2001
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Tetris Axis · 2011
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Puyo Puyo Tetris · 2017
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Tetris Effect · 2018
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Tetris Effect: Connected · 2023