Resonance of Fate
Resonance of Fate spielt in einer Welt, in der die Überreste der Menschheit auf einem riesigen Uhrwerkturm namens Basel leben, angetrieben von einer Maschine, die die Luft atembar halten soll. Das Trio der Hauptfiguren arbeitet als Söldner für die herrschende Schicht und erledigt Aufträge, die zunächst episodisch wirken und erst nach und nach das Bild einer Gesellschaft zeichnen, die ihr eigenes Schicksal einem Mechanismus überlassen hat. Die Erzählung ist ungewöhnlich ruhig, voller humorvoller Szenen und stiller Pausen, und die Haupthandlung setzt erst nach vielen Stunden ein, was für viele Spieler überraschend war. Wer sich aber auf die Welt einlässt, wird ihr nüchternes, industrielles Design ohne fantastische Übertreibungen zu schätzen wissen.
Das Kampfsystem ist das Herzstück und gleicht nichts anderem. Die Figuren schießen, doch statt direkter Steuerung plant der Spieler einen Lauf entlang einer Bahn namens Hero Action, während der automatisch gefeuert wird und die Figuren unverwundbar sind – allerdings auf Kosten von Punkten, die schnell aufgebraucht sind. Der Schaden teilt sich in zwei Arten: Eine schwächt nur die Ausdauer des Gegners, die andere verwandelt sie erst in echte Verletzung, sodass der Sieg das Wechseln der Waffen und das Planen der Angriffsreihenfolge erfordert. Das Ergebnis wirkt wie eine balletartige Actionszene, ist in Wirklichkeit aber ein sehr hartes taktisches Spiel mit steiler Lernkurve. Hinzu kommen eine detaillierte Waffenanpassung und ein ungewöhnlich umfangreiches Ankleiden der Figuren, das ihr Aussehen wirklich verändert. Auf der Xbox 360 lief das Spiel solide, und Motoi Sakurabas Musik mit Jazz- und Rockmotiven verleiht dem Ganzen eine unerwartete Leichtigkeit.
Die Aufnahme war wegen der Schwierigkeit und schlecht erklärter Regeln gemischt, dennoch gewann das Spiel ein treues Publikum, das darin eines der originellsten Kampfsysteme seiner Generation sieht. Heute ist Resonance of Fate eine Empfehlung für Spieler, die es mögen, wenn ein Spiel bereit ist, sie verlieren zu lassen, und sie zwingt, seine eigenen Mechaniken gründlich zu verstehen. Die Belohnung ist ein Gefühl, das gewöhnliche japanische Rollenspiele nur selten bieten.
Spiel 75 von 259 für Xbox 360