Live A Live – boxart
SNESSuper Nintendo

Live A Live

JRPG 1994 Square ⏱ Lang · ~10–30 Std. ⭐ Must-play
Live A Live – Aus dem Spiel
Aus dem Spiel
Live A Live – Titelbildschirm
Titelbildschirm

Ein JRPG mit sieben eigenständigen Kapiteln über verschiedene Epochen, die sich im Schlussakt verbinden.

Live A Live ist ein ungewöhnlich aufgebautes JRPG von Square, das anstelle einer einzigen linearen Geschichte sieben eigenständige Kapitel bietet, die in verschiedenen Epochen spielen – von der Urzeit über das mittelalterliche Japan, den Wilden Westen, die Gegenwart und den Zweiten Weltkrieg bis hin zu einer fernen Zukunft und einer Raumstation. Jedes Kapitel hat seinen eigenen Helden, einen anderen Erzählstil und andere Spielmechaniken – eines nähert sich einem wortlosen Kampf-Adventure an, ein anderes der Stealth-Action und ein weiteres dem klassischen Reisen durch die Welt –, bevor sich am Ende des Spiels alle Handlungsstränge in einem gemeinsamen Schlussakt verbinden, in dem der Spieler eine Gruppe aus allen bisherigen Protagonisten zusammenstellt.

Das Kampfsystem baut auf taktischer Bewegung über ein Gitter auf, bei der Position, Angriffsreichweite und Timing eine Rolle spielen, was das Spiel von den damals üblichen zufälligen JRPG-Kämpfen unterscheidet und den Schwerpunkt eher auf Taktik als auf Grinding legt. Für die Musik zeichnet Yoko Shimomura verantwortlich, deren Melodien jedem Kapitel eine eigene Identität verleihen, von Melancholie bis Spannung, und die zu ihren angesehensten frühen Arbeiten zählt. Visuell profitiert das Spiel von einem einfachen, aber ausdrucksstarken Stil, einfallsreicher Kameraführung und mutigen Handlungswendungen, die in den JRPGs jener Zeit nur selten vorkamen.

Live A Live erschien nur in Japan und blieb im Westen lange nahezu unbekannt, erwarb sich jedoch unter importierenden Fans den Ruf eines der originellsten JRPGs seiner Generation. Seine segmentierte Struktur und der experimentelle Erzählansatz beeinflussten spätere Werke des Genres, und viele betrachten das Spiel heute als einen der Höhepunkte der SNES-Ära, auch dank des späteren offiziellen Remakes, das ihm endlich breitere internationale Anerkennung brachte und es Spielern außerhalb Japans ermöglichte, es nachträglich zu würdigen. Der Mut, mit dem das Spiel sieben völlig unterschiedliche Genre-Ausflüge zu einem Ganzen verbindet, macht es zu einem Titel, auf den bis heute als Beispiel dafür verwiesen wird, wie unkonventionell sich die Form des JRPG gestalten lässt.

Warum spielen: Fans experimentellen Erzählens werden Live A Live wegen seines Mutes lieben, sieben völlig unterschiedliche Genre-Ausflüge zu einem Ganzen zu verbinden – heute dank des offiziellen Remakes zudem leichter zugänglich.

Spiel 116 von 154 für Super Nintendo

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